Der Wein aus Alella : Can Roda

Can Roda ist ein kleines Weingut direkt vor den Toren Barcelonas. Es liegt aber weder im Penèdes noch im Priorat, den bekannten Weinanbaugebieten im Süden, sondern nördlich von Barcelona in Alella.

Die Gegend um Alella ist eines der ältesten und gleichzeitig der kleinsten Weinanbaugebiete in ganz Spanien. Nur acht Weingüter gehören zur D.O. Alella, erklärt Pepi, die vor ein paar Jahren mit ihrer Schwester zusammen Can Roda gekauft hat und nun ihren eigenen Wein anbaut. Ökologisch nachhaltig selbstverständlich. Von den insgesamt acht Produzenten, arbeiten sieben bereits rein ökologisch und erfüllen die strengen Auflagen der Biosiegel. Wenn auch das achte Weingut die Produktion umstellt, wird Alella die erste D.O. (Denominación de Origen*) sein, die komplett ökologisch nachhaltig angebaut wird.

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Schon lange bevor Pepi und Maria das Landgut gekauft haben, wurde hier Wein angebaut. Allerdings wurden die Trauben früher verkauft. Pepi stammt aus dem benachbarten Dorf und ist hier aufgewachsen. Sie wollte die Weinstöcke nicht nur erhalten, sondern ihren eigenen Wein machen. Und so begann vor ein paar Jahren die kleine Produktion von Wein, Sekt, und Vermut.

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Als Pepi uns durch das schöne Landhaus im modernistischen Stil führt, erzählt sie, wie sie überhaupt zum Wein gekommen ist. Ihr Vater hatte nämlich schon viele Jahre für die Familie gearbeitet, der Can Roda ursprünglich gehörte. Die Familie Bonaplata gehörte nicht zu den Americanos, die es in Kuba oder den anderen spanischen Kolonien zu Reichtum gebracht hatten, sondern hatten es mit dem Einsatz der ersten Dampfmaschinen in ihren Textilfabriken zu Wohlstand gebracht. Doch die sozialen Unruhen und Aufstände, die Barcelona gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts erschütterten, machten vor dem Betrieb der Bonaplata nicht halt. Die Fabrik ging in Flammen auf. Bis auf einen Sohn gingen die Nachkommen fort. Nur Sebastian Bonaplata blieb in Martorelles. Angeblich war er sogar eng mit dem spanischen König Alfons XIII befreundet, der hier oft zu Besuch gewesen sein soll.

Als schließlich das letzte Familienmitglied der Bonaplata Familie, eine mittlerweile über hundert Jahre alte Dame das große Haus verkaufen wollte, empfahl Pepis Vater ihr einen guten Freund, Pepis Schwiegervater, als Käufer. Der erwarb daraufhin das Anwesen mitsamt der Weinberge, der Wälder und Wiesen ringsherum.

Pepi hat von ihrem Vater die Liebe zur Natur, zu den Weinbergen und zur Landschaft geerbt. Als der Herr Papa sich irgendwann nicht mehr selbst um die Weinstöcke kümmern konnte, trat sie zusammen mit ihrer Schwester in seine Fußstapfen. Statt wie bisher die Trauben einfach zu verkaufen, beschlossen die beiden Frauen also ihren eigenen Wein zu produzieren, den SO Can Roda.

Nachdem Pepi uns die Geschichte des Weinguts erzählt hat, führt sie uns in die Weinberge. Wunderschön sieht es hier aus, jetzt im Frühjahr, wenn alles grünt und wächst. Das alte Anwesen liegt malerisch zwischen den Weinbergen. Ein Bild, das irgendwie an an die Toskana erinnert.

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Can Roda Weinberge mohnblumen freibeuter reisenEntlang der Weinstöcke wachsen nicht nur wilde Mohnblumen sondern auch Rosen,
die natürliche Vorwarnung vor Ungeziefer.
Falls ein Rosenstock befallen ist, können
die Weinreben rechtzeitig geschützt werden.

Um uns herum wachsen vor allem Pansa blanca oder Xarel.lo, eine katalanische Sorte Weintrauben, die sehr typisch für die Alella Weine ist. Vor allem für ihren Cava, den katalanischen Sekt, aber auch für den Weißwein und den Vermut nimmt Pepi diese traditionellen Trauben mit dem eher rustikalen Charakter. Je nachdem auf welchem Stück Land sie wachsen und wie viel Sonne sie kriegen, bilden die Weinstöcke unterschiedlich süße Trauben aus. Die Süßeren sind für den Weißwein, die herber schmeckenden Trauben nimmt Pepi für den Cava.

Aufgrund der Bodenbeschaffenheit müssen die Reben hier tiefe Wurzeln ausbilden, um an das Wasser heranzukommen. Dadurch haben die Trauben einen hohen Gehalt an Mineralien, der sich auch im Geschmack bemerkbar macht.

Nach einem kurzen Spaziergang auf dem alten Trampelpfad nach Santa Maria de Martorelles, kommen wir zu einem Weinstock. Pepi erzählt, dass dies früher der einzige Weg zwischen den Dörfern war, die sich eine Kirche und einen Friedhof geteilt haben. Wanderwege führen oben auf dem Berg zu den Ruinen einer iberischen Siedlung, die gar nicht so weit entfernt liegen soll.

Dann sind wir da. Auf Strohballen haben Maria und Pepi für uns ein kleines Picknick vorbereitet. Es sieht total hübsch aus und der kleine Aperetif schmeckt natürlich auch köstlich. Mitten in der Stille der Natur sitzen wir nun im Schatten, kosten den Vermut und genießen die Aussicht.

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Wir laufen den kurzen Weg zum Haus zurück. Als wir an einer Art Brunnen vorbeikommen, erklärt Pepi, dass Can Roda vollständig mit Wasser aus den Bergen, der Serralada de Marina, versorgt wird. Früher kamen die Frauen aus dem Dorf hierher, um ihre Wäsche zu waschen. Die Zeiten sind natürlich längst vorbei. Aber zum Wässern der Weinreben verwenden sie nach wie vor nur ihr eigenes Wasser.

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Als wir zu einem kleinen Wäldchen kommen, entdecke ich schon von Weitem einen festlich gedeckten Tisch unter den Bäumen. Nachdem wir oben im Weinberg schon den Aperetif, den Vermut gekostet haben, dürfen wir nun zum Mittagessen die anderen Weine probieren. Und das auch noch mit diesem traumhaften Blick auf das alte Weingut!

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Infos Can Roda

Neben den Xarel.lo Trauben wachsen hier auch Moscatell, Merlot, Cabernet, Syrah und Garnatxa. Der kleine Familienbetrieb produziert drei Weißweine, drei Rotweine, einen Rosé, zwei Sorten Sekt, den Vermut Clarea und einen sehr leckeren süßen Wein, Penjat d’un fil.

Anfahrt über die Hauptstraße in Santa Maria de Martorelles. Eine genaue Adresse gibt es gar nicht!
BV-5006/ 08106 Santa Maria de Martorelles/ Barcelona
GPS Koordinaten: X: 2.245081, Y: 41.522540

Für eine Besichtigung kannst Du Dich per Mail oder Telefon vorher anmelden.
Mailto: info@cellercanroda.cat
Website: http://cellercanroda.cat

Auch Laura von Herz an Hirn kennt das Weingut: Weingut Can Roda – Geheimtipp vor den Toren von Barcelona

*Denominación de Origen ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung in Spanien. Nur die Weine eines bestimmten Anbaugebeites dürfen sich D.O. Alella nennen.

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Dieser Artikel entstand im Rahmen eines Blogtrips an die Costa Barcelona. Die hier dargestellte Meinung ist wie immer einzig und allein meine eigene.

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