Brüllaffen am Morgen – Aufwachen in Alter do Chão

Tränen kullern mir aus den Augen. Ich lasse sie einfach laufen. Der Regenwald macht etwas mit mir, überwältigt mich und zieht mich einfach mit sich fort. So viele Gefühle strömen durch mich hindurch und spülen jeden klaren Gedanken fort. Ich treibe dahin. Der Wald trägt mich. Noch nie habe ich mich so geborgen an einem Ort gefühlt. Kein Platz der Welt hat mich so bewegt, wie dieses grüne Stück Land.

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Meine Tränen kullern vor Glück, vor Freude, vor Leichtigkeit. Unaufhaltsam bahnt sich mein Inneres seinen Weg nach draußen. Alle Anspannung fällt von mir ab. Worte reichen nicht mehr aus, um zu beschreiben, wie sich mein Herz mit Glück füllt. Rettungslos verliebt, bis über beide Ohren das bin ich. Und zwar in dieses kleine Stück des riesigen Amazonas.

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Kurz bevor die ersten Sonnenstrahlen die Erde berühren, stimmt die Natur ihr morgendliches Konzert an. Der Regenwald erwacht zum Leben. Es zirpt und zwitschert. Einen Wecker brauche ich hier nicht. Bei den ersten Rufen der Brüllaffen bin ich schon wach. Heute sind sie besonders nah. Lautstark lärmen sie in den Baumwipfeln, erst in der Ferne, dann höre ich sie näherkommen. Es raschelt über meinem Kopf. Einer der schwarzen Brüllaffen sitzt in den Zweigen und sieht mir direkt in die Augen. Er beobachtet mich, so wie ich ihn beobachte. Dann ist es plötzlich ganz still. Weiter hinten nähern sich zwei seiner Kollegen. Er klettert ein wenig höher. Die kleineren Affen schwingen sich geschickt von Baum zu Baum. Mit ihren langen Armen und Beinen balancieren sie in den Bäumen weiter hinten herum. Einer hangelt sich kopfüber durch die Zweige. Der Rest der Gruppe macht sich jetzt lautstark aus Richtung der Lagune bemerkbar.

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bruellaffe regenwald terramor freibeuter reisenBrüllaffen vor unserer Hütte

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Ich gehe in die Küche zum Frühstücken. Dort sind die Brüllaffen richtig laut zu hören. Von der kleinen Terrasse kann ich den Lago verde sehen, dort muss sich die Horde gerade herumtreiben.

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Indios meint, die Brüllaffen seien die Wächter des Waldes. Sie passen auf uns auf. Vor rund fünf Jahren hat er diesen Platz entdeckt und beschlossen, hier eine Hütte zu bauen. Das war der Anfang des Projekts, an dem er seitdem arbeitet. Eine Wohngemeinschaft, inmitten der Natur, mit eigenem Garten, in dem Gemüse und Heilpflanzen des Amazonas gezogen werden. Das Haus ist offen, fügt sich fast übergangslos in die Natur ein. Es gibt keine Türen und Fenster. Das Wohnzimmer ist der Wald. Nur die kleinen Hütten etwas weiter hinten, in denen auch wir schlafen, kann man abschließen. Die Vermietung dieser einfachen Holzhäuschen an Gäste, die Lust haben ein paar Tage an diesem Leben in und mit der Natur teilzuhaben, hilft Indios, sein Projekt zu finanzieren. Die stille Zurückgezogenheit ist einfach perfekt für eine Auszeit, zum totalen Abschalten, zum Entgiften der Seele.

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Indios bereitet gerade das Frühstück für alle vor. Wie jeden Morgen klingelt er ein kleines Glöckchen, wenn frisches Obst, Brot, Müsli, Tapioka, Saft, Kaffee und Açaí fertig sind. Dann kommen alle aus ihren Hütten und Zimmern herbei und wir setzen uns an den großen Tisch mit Blick auf den Lago verde. Ein Ort, der magisch auf mich wirkt. Es zerreißt mich vor so viel Schönheit und tiefer Zuneigung. Ich muss an meinen Liebsten zu Hause denken. Wieder kullern mir Tränen über die Wangen. Indios, der neben mir sitzt, legt den Arm um mich und hält mich einfach nur ganz fest.

Infos zu Alter do Chão:

Das Paradies liegt im Amazonas. Da bin ich mir jetzt ganz sicher. So oft schon hat man mich gefragt, welches der schönste Ort der Welt sei, den ich auf meinem Reisen gesehen hätte. Bisher lautete meine Antwort immer, dass jeder Ort etwas Besonderes habe und dass es sehr viele „schönste“ Orte gebe. Doch ab jetzt ist alles anders. Jetzt weiß ich, dass der Amazonas der einzige schönste Platz auf der Welt ist. Eine Region deren mächtige Naturgewalt einen Europäer wie mich einfach umhaut.

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Alter do Chão liegt ungefähr in der Mitte zwischen Manaus und Belém, in der Nähe von Santarém, am Ufer des Rio Tapajós. Die Schönheit des kleinen Dorfes ist längst nicht mehr unentdeckt geblieben. Für Besucher gibt es ein paar kleine Restaurants und Pousadas. Jetzt im Oktober ist der Ort aber sehr still und leer, weil weder Europäer noch Brasilianer Ferien haben.

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Viele Brasilianer kommen einfach nur hierher, um an den Ufern der Ilha do Amor einen ruhigen Strandurlaub zu verbringen. Die kleine Insel ist mit kleinen Strandbars gespickt. Davor liegen die alten Fischerboote, mit denen die Einheimischen nach wie vor auf dem Fluss unterwegs sind im Hafen. Dazwischen liegen auch ein paar schnellere und größere Boote, die als Taxi oder Ausflugsboote dienen. Denn der Tapajós ist einer der wichtigsten Transportwege. Natürlich gibt es auch ein paar Straßen, aber der Verkehr über den Fluss ist einfacher und schneller.

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landkarte Amazonas

Unterkunft in Alter do Chão:
Geschlafen haben wir in einer kleinen Eco-Lodge, einer einfachen Holzhütte bei Terramor.
Website: www.terramor.com.br

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Vielen Dank an TAP Airlines für den Flug nach Brasilien. Meine Meinung ist davon nicht beeinflusst und die hier dargestellten Ansichten beruhen einzig und allein auf meiner persönlichen Erfahrung.   

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