Copacabana, vom Leben in einem bunten Viertel

Unsere WG besteht aus Hanna, Ana, zwei Katern, Elke (von Meerblog) und mir. Familienglück an der Copacabana. Ana ist leider gerade in Buenos Aires auf einem Film Festival, aber dafür leisten uns die beiden Katzen unermüdlich Gesellschaft. Besonders Elke ist von den schmusigen Mini-Tigern angetan, die jeden Tag ihre Streicheleinheiten fordern. Hanna studiert noch und gibt uns richtig gute Tipps, wie zum Beispiel, dass ich meine brasilianische Telefonkarte in der Apotheke aufladen kann, wo es in der Nähe leckeren Kaffee gibt, und was wir sonst noch so alles wissen müssen, um uns in Rio zu rechtzufinden.copacabana wohnen

Aus unserem Zimmer blicken wir direkt in den kleinen Dschungel des Morro de cabritos. Sieht schön tropisch aus, finde ich. Diese grünen Hügel mitten in der Stadt sind schon etwas echt Besonderes. Und es zirpt und zwitschert, als wohnte man im Wald.

Zum Frühstücken haben wir schnell ein Stammcafé gefunden, das Meloa in der Rua Santa Clara. Fast ein wenig versteckt und unscheinbar, mit nur zwei Tischen vor der Tür. Einer davon ist bald unser Tisch. Drinnen sind in einer Vitrine sehr köstlich aussehende Kuchen aufgebahrt. Auf einer großen Schiefertafel stehen die verschiedenen Kaffees, Säfte, Smoothies und andere Getränke. In der Speisekarte entdecken wir dann auch noch salzige Snacks und andere Kleinigkeiten mit wohlklingenden Namen.

Copacabana Frühstück in Rio de Janeiro
Copacabana Cafe Meloa Rio de Janeiro

Da wir ja in Rio sind, sind die Sitzkissen und Tischdecken natürlich knallbunt. Die drei Brasilianerinnen, die uns bedienen, kennen uns schon. Sie verstehen unser holpriges Portugiesisch und kommentieren unsere Gehversuche in ihrer melodiösen Sprache stets mit einem Lächeln. Sie sind einfach supernett. Meistens dauert es zwar eine Weile, bis wir etwas zu essen kriegen, aber es schmeckt lecker und wir haben ja auch keine Eile.

Nachdem es in Rio dann doch mehr regnet als erwartet, muss ich schuhtechnisch etwas unternehmen. Meine spanischen Espadrillas sind aus Espartogras, einer Art trockenem Stroh, geflochten. Wenn die nass werden, kann ich sie wegschmeißen. Außerdem stinken sie, wenn sie sich mit Wasser vollsaugen. Für die Stiefel, die ich dabei habe, ist es dann aber doch zu warm. Mehr Auswahl habe ich nicht im Handgepäck. Aber wir sind ja in Brasilien und da gibt es an jeder Straßenecke Havaianas. Auch hier in Copacabana. Also kaufe ich mir ein paar der berühmten Plastiklatschen. Mit diesen Flipflops laufen gefühlte 90 % der Bevölkerung herum. Für 20 Reais gibt es schon ein Paar. Passt. Zunächst ist alles prima. Kleine Regengüsse sind kein Problem mehr, Strand und Sand auch nicht. Erst am zweiten Tag beginnen meine Füße zu protestieren. Es drückt. Aber da hilft alles nicht. Da müssen wir jetzt durch.

Copacabana street art Rio de Janeiro

Praia de Copacabana

Am ersten Tag in Rio de Janeiro scheint die Sonne und wir gehen natürlich gleich an den Strand. Der Strand der Copacabana! Lang, breit, weißer Sand und eine heftige Brandung. An der Strandpromenade tummeln sich Badeschönheiten, Muskelmänner aber auch sehr viele Normalos. Nicht alle haben es hier mit dem angeblichen Körperkult. Fliegende Händler verkaufen Tücher, Andenken oder Getränke. Manche versuchen sich etwas Geld zu verdienen, indem sie riesige Sandburgen bauen und ein Eimerchen davor aufstellen, in das man Spenden für die Künstler werfen kann. Dann darf man ihre Werke auch gern fotografieren.

strand der copacabana rio de janeiro
stuhl am strand copacabana rio de janeiro
Praia Copacabana Strand Rio de Janeiro
An dem Küstenzipfel, an dem die Copacabana in den Stadtteil Ipanema übergeht, liegen die Ponta da Copacabana und die Praia do Arpoador. Surfers Paradies. Und besonders beliebt für romantische Sonnenuntergänge. Aber auch mehrere, alte Fischerboote liegen hier kurz vor dem Eingang zu einem alten Fort. Ob die Fischer wirklich noch ausfahren? Auf jeden Fall sehen die Netze so aus, als seien sie in täglichem Gebrauch. Gerade als wir näherkommen, räumen ein paar ältere Männer leere Kisten hin und her. Offenbar hat hier am Vormittag ein kleiner Fischmarkt stattgefunden. Wie schade, dafür sind wir zu spät. Aber den Fisch rieche ich noch.

Copacabana Strand Fischerboote
Copacabana Strand Boote
praia rio copacabana
Im Grunde ist die Strandpromenade selbst gar nicht so schön, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Eine dicke mehrspurige Straße trennt den Sandstrand von der ersten Reihe Hochhäuser. Dort befinden sich ausschließlich Hotels und elegante, teure Wohneinheiten. Alles ist mit hohen Zäunen versehen. Sicherheitsbeamte hocken gelangweilt auf Plastikstühlen am Eingang. Ein Café oder eine nette Terrasse mit Blick aufs Meer sucht man hier vergeblich. Wahrscheinlich würde die sechsspurige Straße sowieso nerven.

Palmen Strand Copacabana Rio de Janeiro

Bei den Einheimischen gilt der Strand der Copacabana als sehr touristisch. Hier ist irgendwie immer was los. Oft finden große Konzerte direkt am Strand statt. Hanna, bei der wir wohnen, und Vanessa, meine Freundin aus Ipanema, gehen lieber an die Strände von Ipanema und Leblon. Die sind kleiner und irgendwie familiärer. Aber es kann ja jeder für sich selbst entscheiden, ob er lieber Trubel und Party oder seine Ruhe am Strand haben will.

strand

Copacabana Strand Rio de Janeiro Sonne

Nützliche Tipps für Copacabana

Unser Frühstückscafé:
Meloa
Rua Santa Clara, 142 Loja A
Copacabana / Rio de Janeiro
Website meloa.com.br

Zum Abendessen habe ich gleich bei uns um die Ecke eine Bar gefunden, in der es sehr leckere Salate, Meeresfrüchte und verschiedene, kleine Gerichte gibt. Der Laden erinnert ein wenig an spanische Tapasbars. Man holt sich einen Teller der gewünschten Leckerei am Tresen, bestellt dazu ein Bier oder was man eben trinken will, und sucht sich ein Plätzchen auf einer der Holzbänke. Etwas, das wie ein Salat aus Tintenfischringen aussieht, nennt sich Lula. Das nehme ich und quetsche mich auf einen freien Platz an einem der Tische. Kann ich nur empfehlen! 🙂

Bar Adega Perola
Rua Siqueira Campos 138 a
Copacabana / Rio de Janeiro

bar copacabana

Hinweis: Die Reise nach Rio de Janeiro wurde von Air France unterstützt. Die Wohnung in Copacabana wurde uns von Nightswapping, einem internationalen Netzwerk zum Austausch von Übernachtungsmöglichkeiten bei lokalen Gastgebern, vermittelt.

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