Figueres – das Dalí Museum

Nach einer Woche Grippe im Bett musste ich dringend mal wieder raus, wenn auch nur für einen Tagesausflug. Es ist Sonntag, zum Frühstück scheint die Sonne. Kurz entschlossen setzen wir uns ins Auto und fahren nach Figueres.

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Jetzt im Dezember laufen an der Costa Brava fast keine Touristen herum. Ganz leer wirkt die kleine Stadt, niedlich romantisch im winterlichen Sonnenschein. Nur ein paar Tauben laufen über den zentralen Platz, an dem wir uns zu einem späten Frühstück niedergelassen haben. Der Service im Cafe lässt allerdings echt zu wünschen übrig. Irgendwie haben wir es geschafft bedient zu werden, als wäre Hochsommer. Ewig lange braucht die Kellnerin um unseren Tisch zu finden, und nach einer gefühlten Stunde knallt sie uns endlich die Getränke auf den Tisch. Naja Pech gehabt, davon lassen wir uns den Sonntag aber nicht verhageln. Das Essen war trotzdem gut und wir haben den Sonnenschein auf der Terrasse genossen.

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Das weltberühmte Dali Museum in Figueres kann man gar nicht verfehlen. In den siebziger Jahren wurde auf den Ruinen des früheren Theaters dieses „spezielle“ Museum für den berühmtesten Sohn der Stadt errichtet. Riesige Eier thronen neben goldenen Oscar-Figuren auf dem Dach und an den Wänden kleben kleine Bauernbrote (oder sind es Schnecken?).

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Zwölf Euro soll der Eintritt kosten. Wir zögern kurz, beschliessen dann aber doch zu zahlen, wenn wir schon mal hier sind. Unsere Neugier ist eindeutig stärker als die Sparsamkeit. Außerdem fällt der Besuch unter Bildung.

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Man merkt an der Stuktur des Museums sofort, dass das Gebäude früher ein Theater war. Die Säle kreisen in mehreren Etagen ringförmig um einen zentralen Hof. Beeindruckt war ich gleich vom ersten Werk, im Innenhof des Museums: ein Cadillac mit einer dicken, über einen Meter großen Fruchtbarkeitsfrauenstatue auf dem Kühler. In den Fensternischen der Rundgänge der einzelnen Etagen stehen goldene Figuren, die denen auf dem Dach thronenden Figuren sehr ähnlich sehen. Irgendwie hat das Cadillac Werk etwas von einer schrägen Filmszene aus den zwanziger Jahren.

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Wir verlaufen uns dann einfach in den Räumen und finden noch diverse interessante Werke, zum Beispiel den Raum mit dem Lippensofa und dem Nasenkamin. Wenn man auf eine kleine Treppe steigt und in einem bestimmten Winkel auf die Wohnzimmereinrichtung hinabblickt, dann wirkt der Raum mitsamt seiner Einrichtung, inklusive der Bilder an den Wänden und dem Vorhang, wie ein riesiges Frauengesicht.

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Ein anderes riesiges Dali Gemälde wurde gerade von einer französischen Reisegruppe bestaunt. Gespannt lauschten sie der Geschichte um Dali und Gala und verfolgten die Deutung des Riesenbildes. Wir halten uns etwas fernab der Gruppe und erforschen lieber andere Säle. In einem Raum entdecken wir ein Deckengemälde. Zwei paar schwarze Füße ist das erste, was mir ins Auge springt. Anhand des roten Kleides und der rundlichen Form der Beine erahne ich das hier wohl eine Frau dargestellt werden soll. Den blauen Körper kann man spätestens an dem ausgefallenen Schnurrbart als Dali identifizieren.

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Relativ schnell sind wir mit unserem Rundgang fertig. Besonders groß ist das Museum nicht, aber man kann in jedem Winkel und in jeder Ecke irgendetwas „entdecken“. Alles in allem, war es interessant, aber ich war auch ein wenig enttäuscht. In Madrid kann man in der aktuellen Dali Ausstellung des Reina Sofia Museums wesentlich interessantere und viel mehr Werke Dalis sehen (bekannte Bilder, Videos, Skulpturen). Und ich bin eben nach wie vor kein Dali-Fan. Trotz seiner fantastischen Kunstwerke kann ich mit der Geschichte dieses Künstlers nicht viel anfangen (sorry), daran hat auch der Besuch im Museum nichts geändert. Beeindruckend? Auf jeden Fall! Gefallen? Ich hab’s versucht!

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Figueres ist auf jeden Fall eine echt niedliche, kleine Stadt. Prima zu Bummln 🙂

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