Tauchen an den Islas Medas: La Vaca

Die Möwen kreisen über dem Hafen von l’Estartit. Auf der Suche nach Essbarem rufen und pfeifen sie sich gegenseitig etwas zu. “Da ist Fisch” oder so ähnlich soll das wohl auf Möwisch heißen.

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Wir besteigen derweil das Boot und bauen unsere Tauchausrüstung zusammen. Der Tauchspot heute heißt La Vaca und liegt an den Islas Medas. La Vaca bedeutet die Kuh. “Eine Kuh braucht ihr hier gar nicht erst zu suchen“, sagt Anna von den Costa Brava Divers, mit denen wir heute unterwegs sind. “Auch keine Steinformation, die so ähnlich aussieht. Der Name kommt nämlich von dem Loch in dem Felsen dort drüben”. Sie zeigt auf eine bizarre Höhle weit oben im Felsen. “Wenn der Wind aus einer bestimmten Richtung kommt, pfeift es dort so, dass sich das Geräusch anhört, wie das Muhen einer Kuh”. Sie ahmt das Muhen nach und alle müssen lachen.

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Dann kommt das Briefing: Wir werden durch eine Grotte tauchen und einmal um einen großen Felsen herum wieder zurück zum Boot. Mit uns an Bord sind eine Gruppe italienischer Taucher und zwei Spanier. Zuerst lassen wir die Italiener über Bord gehen, dann springen Anna, das spanische Pärchen und wir zwei hinterher.

Tauchspot Islas Medas: La Vaca

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In ungefähr zwölf bis sechzehn Metern Tiefe geht es los. Die Sicht ist mittelmäßig, aber das Wasser ist ziemlich ruhig. Heftige Strömungen gibt es zum Glück auch nicht. Gleich am Anfang sehe ich unter und neben mir die mit weißen Gorgonien übersäten Felsen. Dann steuern wir auf die angekündigte Grotte zu. Wunderschöne bunte Schwämme zieren die beiden Seitenwände.

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Obwohl die Grotte sehr breit ist und wir die andere Seite schon sehen können gibt es einen Stau. Die zwölf Italiener fotografieren hier und leuchten dort. Bei so vielen Tauchern weiß ich nie, wer denn nun von den schwarzen Anzügen zu mir gehört. Irgendwie sehen für mich Taucher nach wie vor alle sehr ähnlich aus. Michis Flossenfarbe habe ich mir zwar gemerkt, aber dennoch schwimme ich prompt einen Moment lang hinter einem der Italiener her. Anna hat alles im Blick und sammelt mich wieder ein, noch bevor wir aus der Grotte wieder raus sind.

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Plötzlich schwimmt direkt vor uns im Wasser eine ganze Herde dicker, fetter Zackenbarsche. Bestimmt einen Meter lange und mehrere Kilos schwere Brocken treiben da im Wasser. Sie blicken etwas unwirsch drein. Aber ich glaube die Barsche gucken immer so mürrisch. Ein freundliches Gesicht haben die nicht gerade. Es ist schon sehr beeindruckend, diesen großen Fischen so nah zu kommen. Das liebe ich so am Tauchen.

Wieder schwimmen wir durch eine andere, tunnelartige kleine Grotte. Diese hier ist eher wie ein Loch im Fels. Auf der anderen Seite fällt mir fast der Regler aus dem Mund. Ich schwebe inmitten einer Kathedrale in hellblau. Hammer! Es sieht aus wie die Sagrada Familia. Bizarre Felsen, bunte kleine Schwämme und durch die Löcher von oben fällt ein verschwommenes Dämmerlicht hinein. Atemberaubend schön! Leider ist Michi gerade damit beschäftigt, irgendetwas anderes zu fotografieren, aber diese Grotte werde ich mir merken!

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An den Felswänden tauchen wieder überall die wunderschönen weißen Gorgonien auf. Anna zeigt Michi sogar ein paar rote Korallen, die noch ganz klein in einer geschützten Felsspalte wachsen.

Viel zu schnell zeigt mein Manometer 50 bar an und wir machen uns an den Aufstieg. Wir kommen ein paar Meter vor dem Boot hoch und lassen uns auf dem Rücken treiben. Was für ein unglaublicher schöner Tauchspot! Ich glaube, an den Islas Medes habe ich nicht zum letzten Mal getaucht!

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Die meisten Italiener sind schon auf dem Boot. Als wir wieder an Bord sind, schreit auf einmal jemand “Pesce luna” und alle Italiener stürzen zum Bug. Ich renne auch los, mit gezückter Kamera, denn Mondfische findet man eigentlich nur in großer Tiefe, meist bei mehr als dreißig Metern. Doch direkt vor uns schwimmt eine dieser dicken Kugeln ganz dicht an der Oberfläche. Er sieht aus, als sei er tot. Die obere Flosse guckt ein Stückchen aus dem Wasser heraus. Schon kommen die kreischenden Möwen herangestürzt. Anna beruhigt mich jedoch sofort. “Zwischen April und Anfang Juni kommen die Mondfische so nah an die Oberfläche, um sich von den Möwen putzen zu lassen”. Und tatsächlich, zwei Möwen lassen sich neben dem Mondfisch nieder und picken an ihm herum. Dann taucht er wieder ab in die Tiefe. Das war ihm wohl genug Wäsche für dieses Jahr.

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Infos zum Tauchen an den Islas Medas:

Auf Katalanisch heißen diese Felsbrocken vor der Küste der Costa Brava Illes Medes. Genau genommen sind die Inseln eigentlich nichts anderes als eine Verlängerung des Gebirgszugs Massís del Montgrí, was so viel wie grauer Berg bedeutet.

Die Islas Medas sind der bekanntste Tauchspot an der Küste und liegen nur rund einen Kilometer vor l’Estartit. Entsprechend viele Tauchcenter gibt es hier. Der gesamte Bereich um die kleine Inselgruppe herum ist Naturschutzgebiet. Hier dürfen keine Fische gefangen werden und auch das Tauchen ist streng reglementiert, denn nur so kann diese wunderschöne Unterwasserwelt erhalten werden.

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Getaucht sind wir mit:
Costa Brava Divers
Passeig Marítim, 7
17258 L’Estartit, Girona
Website: www.costa-brava-divers.com
Die Tauchspots der Costa Brava Divers liegen fast alle an den Islas Medas. Ich muss zugeben, ich bin sehr neugierig geworden und will den Tunel del Dofín, Tascons, el Salpatxot, und wie sie alle heißen auch unbedingt noch sehen!

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