Land und Leute – Barcelona aus der Sicht von Laura

Wenn ich auf Reisen irgendwo unterwegs bin, versuche ich eigentlich gern mich ein wenig „unter’s Volk“ zu mischen, um möglichst viel von Land und vor allem von den Leuten mitzukriegen. Mit Fremden ins Gespräch kommen, nette Tipps von Einheimischen zu kriegen oder einfach kleine, alltägliche Geschichten zu hören, die eben nicht im Reiseführer stehen.

In Barcelona kann man viele spannende Menschen kennenlernen, Katalanen und Ausländer. Viele Leute, sind wie ich, aus den unterschiedlichsten Gründen irgendwann hierher gekommen, und hier geblieben. Die Katalanen leben mit dem täglichen Strom der Touristen in Barcelona, mit den vielen „Zuwanderern“ und sind stolz auf ihre Stadt. Die Liebe zur Heimat ist hier wichtig. Das und vieles mehr war Anlass für mich, Euch ein paar Leute vorzustellen, Menschen, die hier wohnen und arbeiten und für Euch vom Leben in Barcelona erzählen. Den Anfang zu dieser Reihe „Land & Leute“ macht Laura.

Laura kommt aus einer kleinen Stadt im Norden Italiens, aus Brescia. Zurzeit arbeitet sie im Online Marketing, träumt aber schon von vielen anderen Dingen, die sie in diesem Leben noch machen will.

1. Wie und wann bist du nach Barcelona gekommen?

Ich lebe seit einem Jahr und sieben Monaten in Barcelona – wie die Zeit verfliegt! Eigentlich bin ich nur zufällig hierhergekommen – Zufall ist ja oft der beste Ratgeber. Ich suchte damals gerade eine Veränderung und eine Freundin, die damals schon in Barcelona wohnte, berichtete mir von einer freien Stelle, auf die ich mich beworben habe – und hier bin ich.

2. Hast du einen Lieblingsplatz in Barcelona?

In Barcelona habe nicht nur einen, sondern ganz viele Lieblingsplätze, für jede Stimmung sozusagen einen passenden. Super gut gefällt mir eigentlich immer der Montjuïc, weil ich dort oben auf dem Berg das Gefühl habe, weit weg vom Treiben der Großstadt zu sein, aber mit meinen Füßen. Auf jeden Fall ist die Aussicht dort wunderbar! Dann gbit es noch die Calle Carders, im Born Viertel: auf eine lebhafte Art multikulturell und explosiv mit ihren Tausend Eindrücken für die Sinne „esplosiva nelle sue suggestioni visive e olfattive„.  Dann sind da noch die Straßen des Ravals, meines Viertels, und natürlich die Plaza d’Osca, eine noch authentische Ecke Barcelonas, in der man die echte Altstadt erlebt. Wenn hier noch mehr Platz wäre, könnte ich noch stundenlang weiter über die vielen schönen Plätze Barcelonas schreiben.

3. Hast  du katalanische Freunde? Sprichst oder verstehst du Katalanisch?

Zu meinen guten Freunden zählen ein paar Katalanen, aber meinen Alltag teile ich eigentlich mehr mit anderen „Ausländern“. Einerseits liegt das wahrscheinlich an der ähnlichen Mentalität, andererseits aber auch daran, dass wir viel mehr Lust haben Barcelona als Stadt zu entdecken und noch „hungrig“ auf alles  sind. Ich hätte sehr gern tiefere Beziehungen zu den Leuten hier, weil es mir sicher helfen würde mich hier noch mehr zu Hause zu fühlen. Die katalanische Sprache respektiere ich sehr und finde es wichtig, zumindest zu versuchen sie zu sprechen. Darum will ich mich auch im September zu einem Katalanischkurs anmelden.

Barcelona- Land und Leute

4. Was ist der größte Unterschied zwischen Barcelona und deiner Heimatstadt?

Der größe Unterschied zwischen Bresica und Barcelona? Das ist ein echter Abgrund! Breschia ist eine Kleinstadt, in der immer dieselben DInge passieren, und die Leute immer dieselben DInge sagen. Das äußere Erscheinungsbild ist da sehr wichtig. Hier in Barcelona hingegen kann jeder so sein wie er sein will. Ein anderer großer Unterschied ist der unterschiedliche Umgang mit Raum . Hier lebt man auf den Straßen, in den Bars und auf den Plätzen, bei uns lebt man eher bei sich zu Hause.

5. Wenn eine gute Fee dir eine Reise schenken würde, und du könntest frei auswählen wie lange und wohin es gehen soll, was wäre dein Ziel?

Wenn ich alle Zeit der Welt hätte, würde ich mindestens für sechs Monate in Mittel- und Südamerika herumreisen, ohne Garantie jemals zurückzukommen. Asien liebe ich und kenne ich schon recht gut, während Lateinamerika für mich noch Neuland ist, das ich gern mit der gebührenden Zeit kennenlernen würde. Von Guatelmala und Nicaragua würde ich runter nach Peru, Equador und Bolivien reisen, und dann Brasilien und Argentinien entdecken. Obwohl ich noch nie dort war, träume ich immer von Buenos Aires. Daher würde dort wohl meine Reise enden – oder vielleicht gerade erst anfangen.

Mille grazie Laura!!!! 

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