Olivenöl – Solivera

Eigentlich ist Sandra Niederländerin. Geboren ist sie in Kolumbien, denn dorthin waren ihre Eltern in den sechziger Jahren ausgewandert. Irgendwann kamen sie nach Holland zurück und mussten feststellen, dass ihnen die Heimat irgendwie zu klein geworden war. So zogen sie also samt Kindern bald wieder los und fanden im Empordanet an der Costa Brava ein Stückchen Land und ein altes Bauernhaus, in das sie sich spontan verliebten. Solivera hieß die Masia, die sie kurz darauf kauften und wieder instand setzen wollten. Ein Name, der sofort Bilder von romantischen Olivenhainen bei den Niederländern weckte.

arbequina oliven solivera

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Sie wollten ja nicht nur das Haus restaurieren, sondern auch die Umgebung des Bauernhauses sollte bald wieder möglichst genauso aussehen, wie früher. Also pflanzten sie auch gleich Olivenbäume, und zwar Arbequinas, eine der besten und feinsten Sorten.

arbequina oliven solivera

Von den Nachbarn erfuhren sie dann mehr oder weniger durch Zufall, dass hier niemals zuvor Olivenbäume gestanden haben. Sandras Eltern hatten mit dem Namen des Hofs Solivera einen Olivengarten assoziiert. Doch in Wirklichkeit handelte es sich ganz einfach um den Nachnamen der Familie, die hier gelebt hatte. Und die waren Bäcker!

Sandra zeigt mir an dem alten Wohnhaus, wo das Korn getrocknet wurde. An den Fenstersimsen sind sogar noch die Rillen zu sehen, die beim Be- und Entladen der Karren mit Getreide entstanden sind. Die Karren fuhren mit dem gedroschenen Korn zur Mühle und kamen mit Mehlsäcken wieder zurück.

Die Olivenbäume stehen hier also einzig und allein wegen dieser Verwechslung! Aber die Oliven wachsen und gedeihen prima. Auch der Verkauf des guten Olivenöls lief so gut, dass die holländische Familie gleich noch drei weitere Grundstücke kaufte und noch mehr Olivenbäume pflanzte. Sandra erklärt mir, dass aus den Früchten eines einzelnen Baums rund drei Liter Olivenöl produziert werden. Insgesamt stellen sie mittlerweile 20.000 Liter von dem goldgelben Öl her.

arbequina oliven solivera

Die Olivenbäume sind die meiste Zeit des Jahres über recht pflegeleicht und genügsam und machen kaum Arbeit. Erst im November, wenn die Erntezeit naht, muss jeder in dem kleinen Familienbetrieb mit anpacken. Außer Sandra und ihren Eltern müssen dann auch ihr Mann, die Kinder und diverse Freunde und Bekannte mitmachen. Die werden alle Jahre wieder eingeladen bei der Olivenernte mitzumachen – und sie kommen gerne!

Ein großer Teil des hier produzierten Olivenöls wird ins Ausland verkauft. Dass Sandras Kunden vorwiegend in den Niederlanden zu finden sind, liegt wohl auch daran, dass die Website über die sie das Öl auch im Internet verkauft, auf Niederländisch verfasst ist. In dem kleinen Laden auf dem alten Hof verkaufen sie natürlich auch Öl und noch diverse andere gesunde Produkte aus nachhaltiger, eigener Herstellung. Hier hat Sandra für uns eine kleine Verkostung vorbereitet.

arbequina oliven solivera

Nachdem Sandra uns nun so viel erzählt hat, bin ich sehr neugierig auf das Probieren. Sandra legt wirklich großen Wert auf eine hohe Qualität ihrer Produkte. Damit wir den Unterschied zwischen kalt gepresstem Öl aus erster Pressung und handelsüblichem Olivenöl aus dem Supermarkt wirklich verstehen, müssen wir beides kosten. Man merkt sehr schnell, dass da wirklich Welten zwischen den beiden Ölen liegen.

Dann vergleichen wir noch ein Öl, das langsam und mit alten Mühlensteinen gepresst wurde und eines das mit moderner Methode trockenextrahiert ist. Das trockenextrahierte Olivenöl hat sofort eine stark pfeffrige Note. Bei der langsamen Pressung durch die alten Steine wird dieser pfeffrige Geschmack im Öl erst sehr viel später freigesetzt und ist bei Weitem nicht so stark, wie bei der neuen Methode.

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Zum Schluss gibt uns Sandra noch einen Tipp für den Kauf von Olivenöl. „Extra Virgen“ darf fast jeder auf seine Flasche schreiben, selbst wenn nur ein kleiner Teil des Öls wirklich kalt und aus der ersten Pressung entstanden ist. Sie rät daher immer auf die Zutatenliste zu sehen, um zu prüfen, ob noch diverse andere Zutaten aufgeführt sind.

Informationen zu Can Solivera

Can Solivera
Cami Mas Teixidor 1
17111 Forallac /Girona

GPS Koordinaten: N 41° 57.06353′ E 003° 04.94394′

Öffnungszeiten: 
im Sommer (Mitte Mai bis Mitte Oktober)  Mo-Fr von 10 bis 14 Uhr und 16 bis 19 Uhr, Sa nur 10-14 Uhr
im Winter (Mitte Oktober bis Mitte Mai)  Mo-Fr von 10 bis 14 Uhr

Interessante Links zum Thema Olivenöl: 

Der Spiegel: Olivenöl – wie man hochwertige Produkte erkennt

INGDS olivenoel.ingds.de : Informationsgemeinschaft Olivenöl e.V. Verband zur Pflege und Förderung des Wertes von nativen Olivenölen: Was muss, was kann aufs Etikett ?

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