Barcelona Dos und Don’ts : Was Du in Barcelona sein lassen solltest

Wenn Du Barcelona wirklich kennenlernen willst, gibt es ein paar Dinge, die Du vermeiden solltest. Damit meine ich nicht nur Orte, die Du meiden sollst, sondern auch Dein Verhalten. Meine Barcelona Tipps um Dir unnötigen Ärger und das eine oder andere Fettnäpfchen zu ersparen:

Barcelona Tipps – no go’s:

Mexikanische Sombreros kaufen
Kauf Dir bitte keinen mexikanischen Sombrero, um damit durch die Stadt zu laufen. Auch wenn diese Kopfbedeckungen überall angeboten werden, gehören sie weder nach Barcelona noch nach Spanien. Wenn Du etwas brauchst, um Dein Haupt vor der Hitze zu schützen, gibt es sicherlich dezentere Kopfbedeckungen als diese Riesenhüte.

Paella an der Rambla essen
Paellas sind sehr lecker – wenn sie gut gemacht sind. Am besten schmeckt eine Paella hausgemacht, aber es gibt auch ein paar Restaurants, die sich Mühe mit der Zubereitung geben. Nur findest Du diese Läden wahrscheinlich nicht direkt an den Ramblas, denn dort wird Massenware im Schnellverfahren produziert. Das ist nicht wirklich lecker und Du sparst Dir eine Enttäuschung, wenn Du dort nicht essen gehst.

Grundsätzlich nehmen sich die Spanier und Katalanen Zeit für ihre Mahlzeiten. Ein Mittagessen kann schon mal an die zwei Stunden dauern, das ist durchaus nicht ungewöhnlich. Im Zentrum Barcelonas hat man sich mittlerweile den Bedürfnissen der Touristen angepasst. Dort findest Du zahlreiche Restaurants, die schon vor der normalen Essenszeit (von 14-16 Uhr und ab 21 Uhr) geöffnet haben. Gutes Essen gibt es zum Beispiel im Norai (dem Restaurant im Museum Marítim) oder am besten Du machst gleich einen Kochkurs!

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Barcelona oder Barça?
Bei der Aussprache braucht Du nicht zu lispeln! Barcelona sprechen die Katalanen ganz ähnlich wie wir aus. Jedenfalls fast. Gelispelt wird das c nämlich nur auf Spanisch, nicht aber auf Katalanisch. Es ist also total korrekt, den einfacheren Weg zu nehmen.

Manche Leute nennen Barcelona auch Barça. Das ist jedoch ganz falsch. Der Fußballverein wird zwar so abgekürzt, aber nicht die Stadt selbst. Wenn Dir Barcelona zu lang ist, kannst Du es Barna nennen, wie die Einheimischen.

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Dresscode
Ein paar Worte zur Kleidung. Sicherlich gibt es in Barcelona keinen Dresscode, aber ein paar Dinge fallen doch immer wieder auf. Spanien ist ingsesamt ein eher konservatives und katholisches Land. Auch wenn Barcelona katalanisch und sehr kosmopolit ist, schadet es nicht, sich ein wenig anzupassen. Natürlich sollst Du Dir keine komplett neue Garderobe zulegen oder Dich verkleiden, aber je weniger Du als Tourist auffällst, und Deine Kleidung der der Einheimischen ähnelt, umso geringer ist die Gefahr, ein Opfer von Taschendieben zu werden!

– In Badeklamotten durch die Stadt laufen: Warum auch immer manche Leute halb nackig durch die Stadt laufen müssen – tue es bitte nicht. Am Strand ist Badekleidung normal, nicht aber in den Straßen. Sobald Du den Strand verläßt, solltest Du vollständig bekleidet sein. Du würdest doch auch nicht durch Frankfurt oder Hannover im Bikini laufen, oder?

– Socken in Sandalen: Tut man hier einfach nicht. Wenn Du dennoch auf die weißen Socken nicht verzichten magst, rechne damit, das der eine oder andere Einheimische schmunzelnd hinter Dir her blicken wird.

Flamenco Show besuchen
Der Flamenco gehört zu Andalusien wie der Eiffelturm nach Frankreich. Aber eben nicht nach Barcelona. Auch wenn mittlerweile solche Shows für Touristen in Barcelona angeboten werden, sind sie nicht Teil der Kultur. Sieh Dir lieber stattdessen gratis an, wie die Einheimischen am Sonntag vor der Kathedrale Sardanas tanzen. Dieser Kreistanz bedeutet den Einheimischen wirklich viel und sie hegen und pflegen diese Tradition. Auch wenn es vielleicht einfach aussieht – ich habe mal versucht eine Saradana mitzutanzen – es ist komplizierter, als man denkt! Um einen richtig guten Flamenco zu sehen, solltest Du lieber nach Malaga oder Sevilla, irgendwo nach Südspanien fahren.

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Boqueria Markt
Der schöne alte Markt Sant Josep, la Boqueria, der direkt an den Ramblas liegt, ist leider so dermaßen von Touristen überfüllt, dass dort kaum mehr jemand wirklich einkauft. Die Fischstände im Zentrum sind zwar total gut, aber wenn Du einfach nur in Ruhe über einen Markt laufen willst, geh lieber zum Mercat de Santa Caterina oder zum Mercat de Gràcia.

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Strand – Baden an der Barceloneta
Barcelona hat Strand! Sogar einen recht langen, der direkt unten am Hafen liegt. Natürlich ist es schön, nur wenige Meter vom Großstadtgewusel ins Mittelmeer eintauchen zu können, aber die Wasserqualität ist hier nicht die Beste. Wenn Du einen Tag am Strand verbringen willst, fahre nach Sitges oder an die Costa Brava, raus aus Barcelona. Dort findest Du saubere, wunderschöne Strände, die Du in rund einer halben Stunde Fahrt mit dem Bus oder der Bahn erreichen kannst.

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Picasso Museum
Merkwürdigerweise zählt das Picasso-Museum zu den meistbesuchten Museen der Stadt. Picasso war ein genialer Künstler, daran besteht kein Zweifel, aber in Barcelona hat er nur ganz kurze Zeit verbracht. Das Museum ist hübsch in der Altstadt gelegen, aber die Museen in Malaga oder in Paris erzählen viel mehr über diesen Ausnahmemaler und stellen (meiner Ansicht nach) auch wesentlich schönere Gemälde Picassos aus. Wenn Du Museen magst und kunstinteressiert bist, sieh Dir das MNAC oder das Miró Museum an, oder besuche die Fundaciò Antoni Tàpies.

Modernisme – mehr als Gaudí
Vor der Sagrada Familia, der Casa Batllò und der Pedrera warten stets endlose Schlangen auf Einlass. Beschränke Dich nicht nur auf die Werke Gaudís! Es gab noch andere, genauso gute und berühmte Architekten des Modernisme, wie Puig i Cadafalch oder Domènech i Montaner. Wenn Du Dir eines der Gebäude dieser Architekten ansehen willst, kannst Du lange Wartezeiten umgehen und erlebst vielleicht sogar etwas, das nicht jeder Barcelona-Besucher schon gesehen hat.

Treppenhaus Barcelona TippsPalau Mornau von Manuel Raspall

Casa Lleo Morera Modernisme Barcelona TippsCasa Lleo Moreras von Domènech i Montaner

Verständigungsschwierigkeiten
Ärgere Dich nicht, wenn niemand Deutsch oder Englisch versteht. Fremdsprachen sind immer noch schwierig für die meisten Katalanen und Spanier. Richte Dich lieber darauf ein und versuche, vor Deiner Reise die wichtigsten Worte auf Spanisch oder Katalanisch zu lernen. Oder besorge Dir ein Wörterbuch. Mit Ärgern kommst Du auch nicht weiter. Falls Du dann doch jemanden triffst, der Englisch oder gar Deutsch spricht: umso besser! Dann machst Du mit Deinen zwei-drei gelernten Worten gleich noch einen guten Eindruck, weil Du echtes Interesse für Land und Leute zeigst.

Benimm Regeln
Eigentlich finde ich es merkwürdig, solche selbstverständlichen Dinge überhaupt zu erwähnen, aber trotzdem: Spaß haben ist gut und schön. Party machen kannst Du in Barcelona ohne Ende. Aber leider gibt es Leute, die nachts laut grölend durch die Straßen laufen und an die Häuserwände pinkeln. Diese Urlauber vergessen offenbar, dass hier Menschen wohnen und arbeiten. Nicht alle haben Urlaub und viele müssen am Morgen früh aufstehen und ins Büro fahren. Ehrlich gesagt kenne ich persönlich niemanden, der sich auf Reisen so daneben benimmt, aber in der Altstadt erleben das viele Einwohner leider tagtäglich und sind verständlicherweise nicht mehr gut auf solche Besucher zu sprechen.

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