Damals am Wolfgangsee

Nachdem Sarah von Heimatherz mich vor ein paar Tagen nach meinen allerersten Reiseerinnerungen fragte, habe ich mit Mama und Papa in alten Kartons nach Fotos gewühlt. Dabei haben wir ein paar “Schätze” zu Tage gefördert, die ich Euch nicht vorenthalten möchte: Erinnerungen an Alpen, Berge, Seen und meine ersten Schwimmversuche. Vor allen Dingen war aber die Mode “damals” unwiderstehlich. Das Urlaubs-Lieblingskleid meiner Mama würde ich mir heute sofort kaufen!

Wolfgangsee

Echte Erinnerungen an meinen allerersten Urlaub in Österreich habe ich leider nur wenig. Außer den ersten Schwimmversuchen, von denen ich auf Heimatherz berichtet habe, ist da kaum etwas hängen geblieben.

Wolfgangsee

Meine Eltern sind irgendwann 1971 mit mir im Auto an den Wolfgangsee gefahren. Wir hatten einen alten Ford Capri mit schwarzem Schiebedach. Ein sehr schickes Auto, der ganze Stolz meines Papas. Flüge waren damals noch ein echter Luxus, etwas aus einer Jet-Set-Glamour Welt, die in unserem Dorf einfach so nicht vorkam. Im Urlaub wegzufahren war ja schon selten genug. Das machte man nicht automatisch jeden Sommer oder gar mehrmals im Jahr.  Normalerweise ging es in der schulfreien Zeit zu Oma und Opa ins Nachbardorf, wo wir Kinder die Ferien im Gemüsegarten, zwischen Erbsen, Bohnen und Kartoffeln verbrachten.

Wenn wir die Ferien nicht bei den Großeltern verbrachten, fuhren in usnerer kleinen Stadt täglich mit dem Rad ins Freibad. Zum “Schwimmen gehen” gehörte Pommes und Eis essen immer dazu. Mein Lieblingseis war Brauner Bär, der mit dem quietischig-süßen Karamel-Kern. Wie ich das mit Pommes frites zusammen futtern konnte, ist mir heute schleierhaft. Aber früher war das so. Glaube ich jedenfalls ;-).

Wolfgangsee

Jedenfalls war eine Fahrt nach Österreich für mich ein echtes Abenteuer. Wiener Schnitzel war ein exotisches Gericht der Einheimischen am fremdländischen Urlaubsort. Sogar das Geld war fremd. Alles musste in Schillinge umgerechnet werden. Irgendwo in der Nähe des Wolfgangsees muss es ein stillgelegtes Bergwerk geben. Ich weiß nicht, ob es geregnet hat oder ob meine Eltern sich mit mir langweilten, jedenfalls hatten sie einen Besuch dieses alten Stollens als “lustigen” Ausflug geplant. Ich war gerade erst 3 oder 4 Jahre alt und noch nicht auf die unterirdische Welt vorbereitet. Schon beim Anziehen der Bergwerkskittel habe ich mich fürchterlich gegruselt, das weiß ich noch ganz genau. Dann sollte ich auch noch eine Rutsche hinabrutschen, irgendwo in die Tiefe, einfach so ins Dunkle hinein. Das fand ich gar nicht lustig. Schließlich habe ich mich in Papas starke Arme gekuschelt dann doch noch zu Rutschen getraut und war hinterher mächtig stolz über meine eigene Tapferkeit.

Wolfgangsee

Wenn ich mir das heute so überlege, müsste ich eigentlich dringend noch einmal zurück an den Wolfgangsee – ob ich wohl etwas wiedererkennen würde?

Weiß zufällig jemand, auf welchem Berg ich da so dekorativ verschämt gestanden habe, siehe Foto oben? In Oberösterreich gibt es davon ja so einige 😉 …

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