Monasterio Santa Maria de Veruela:
Für ein paar Tage sind wir in einer ruhigen Gegend von Aragón unterwegs. Keine großen Städte, keine Touristenmassen, einfach nur viel Natur und viel Ruhe. Auf den Gipfeln des 2.315 Meter hohen Moncayo liegt noch Schnee. Ein Berg, dessen Wälder den vom Atlantik kommenden Nebel auffangen und die umgebende Landschaft mit Feuchtigkeit versorgen.

Als im 12. Jahrhundert die ersten Zisterziensermönche in diesen Teil Aragóns kamen, suchten sie einen Ort, an dem sie beten und arbeiten konnten. Am Fuße dieses beeindruckenden Berges fanden sie nicht nur ideale Bedingungen zum Ackerbau, sondern auch einen Ort, der etwas Magisches an sich hat.
Rund um die Anlage, innerhalb der sich alles befand, was sie zum Leben brauchten, errichteten sie eine hohe Schutzmauer. Das Kloster hatte einen Gemüsegarten, Wasser und sogar eine eigene Mühle.

Durch eine kleine Pforte in dem breiten Eingangsbereich betreten wir zunächst eine Allee aus Platanen, die zu der prächtigen Kirche führt, an der die Mönche insgesamt 250 Jahre bauten. Auf der rechten Seite gelangen wir durch eine weitere Pforte auf einen Hinterhof, der uns zum Eingang des Gebäudetraktes führt, in dem sich der gotische Kreuzgang befindet.

Eine fast andächtige Atmosphäre herrscht in diesem lichtdurchfluteten Herz der Klosteranlage. Die Kapitelle der Säulen sind, wie oft bei den Zisterziensern, mit Pflanzenmotiven dekoriert. Das Besondere hier ist ein kleiner, steinerner Vorbau im Innenhof des Kreuzgangs. Denn ehe die Mönche zum Essen ins Refektorium gingen, wuschen sie sich angeblich in diesem kleinen “Lavabo”.



Wir sind das erstem Mal mit dem Rollstuhl „auf Reisen“, aber es geht überraschend gut. Hier im Kloster gibt es Rampen und sogar einen Mini-Treppenlift. Wir durchqueren also einmal diesen steinernen Säulengarten und werfen einen Blick auf die anderen Räume, die die Mönche von hier aus erreichen konnten: Da ist das Refektorium, der Speisesaal, in dem die Mönche schweigend ihre Mahlzeiten einnahmen, während einer von ihnen aus der Bibel vorlas.

Die Küche erkennt man ziemlich schnell an den immer noch schwarzen Wänden. Hier haben jahrzehntelang genutzte Feuerstellen ihre Spuren hinterlassen. Ein anderer Raum ist der Kapitelsaal, in dem ein thronähnlicher Sessel steht. Auf den Bänken an den Seiten versammlten sich einst die frommen Männer, um Ankündigungen des Abtes oder anderen wichtigen Ereignissen beizuwohnen. Es gab auch einen Raum, in dem Bücher kopiert und illustriert wurden und einen anderen, in dem die älteren Mönche sich an kalten Wintertagen aufwärmen konnten.



Als 1835 aufgrund der großangelegten Desamortisation unter der Regierung von Mendizábal in ganz Spanien Klöster und Kirchengüter enteignet und versteigert wurden, um die Kassen des Königs zu füllen, mussten auch die Mönche am Fuße des Moncayo ihr Kloster verlassen. Leider verfielen weite Teile der Anlage, doch zum Glück verhinderten die Einwohner einiger in der Nähe liegender Orte wie Borja und Tarazona den Verfall des Hauptgebäudes, in dem sie ein Gästehaus einrichteten. Zu den Besuchern, die es Ende des 19. Jahrhunderts in die abgelegene Stille zog, zählten auch wohlhabende Bürger, Künstler, Intellektuelle und Schriftsteller, die die romantische Atmosphäre des Klosters bewunderten.

Gegen Ende des letzten Jahrhunderts wurde das Monasterio de Veruela schließlich von der aragonesischen Provinzverwaltung restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im vorderen Bereich der Anlage befindet sich heute ein Wein-Museum.


Informationen zum Kloster in Vera de Moncayo
Monasterio de Veruela
Carretera Veruela 122
50592 Vera de Moncayo (Zaragoza)
Anfahrt: Von Zaragoza aus geht es über die A68 oder die AP68 bis zur Abfahrt 288 (Gallur). Dann geht es auf der N-122 weiter bis Vera de Moncayo. Man durchfährt das Dorf auf der kleinen Hauptstraße, die direkt zum Kloster führt.
Eintritt kostet 1,80 Euro und geöffnet ist das ganze Jahr über (montags Ruhetag). Informationen zu Öffnungszeiten etc. gibt es auf der Website turismodearagon.com
Museo del Vino
Zum Besuch des Klosters gehört ein kleines Museum, das in die Welt des Weinanbaus rund um Borja einführt.
Website docampodeborja.com
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