Das jüdische Viertel – el Call

El Call de Barcelona – das jüdische Viertel:

Im Mittelalter hatten viele Städte ein jüdisches Viertel, besonders schön erhalten ist das in Girona. Fast überall nannte man diese Viertel einfach „Call“ (Latein Callum, Spanisch Callejuela). In Barcelona begann El Call direkt hinter der Kathedrale und reichte bis zur Plaza del Pi. Noch heute erinnern viele Straßennamen an die jüdische Bevölkerung: Carrer del Call, Banys nous („neue Bäder“), etc.

El Call de Barcelona

Im frühen Mittelalter unterlagen die jüdischen Viertel nicht der Gerichtsbarkeit der Stadt. Sie hatten ihre eigenen Regeln und Gesetze und unterstanden direkt dem König. Im Call waren die Gebäude höher und mit rund 5.000 Einwohnern lebten mehr Menschen hier als in allen anderen Stadtteilen Barcelonas. Es gab zwei Eingänge, einen über die Plaça Major und einen anderen durch den Arc del Gall, heute San Ramon.

In den engen Gassen gab es zwei Synagogen, eine jüdische Schlachterei und jüdische Bäder. Apropos Bäder: Die reinlichsten Bewohner Barcelonas im Mittelalter waren die Muslime, die sich täglich wuschen. Die jüdischen Einwohner Barcelonas nahmen ab und zu ein Bad. Kleine „Schweinchen“ waren dagegen die Christen, die sich weder regelmässig wuschen, noch badeten.

Noch heute befindet sich eine kleine Synagoge im Call, im Carrer Marlet. An der Stelle, an der früher die Mikwe für die Frauen lag, befindet sich heute das Café Caelum (Carrer Palla 8). Bis 1391 existierte das jüdische Viertel in friedlicher Kooexistenz mit den anderen Stadtteilen. Dann kam es zu einem Überfall bei dem mehr als 300 Menschen ermordet wurden.

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Im Carrer Sant Domenec del Call Nummer 6 steht das älteste Haus ganz Barcelonas. Heute ist hier eine private Pension untergebracht. Auch wenn über dem Eingang ein anderes Jahr steht, wurde das Haus schon im zwölften Jahrhundert errichtet. Die Wände sind übrigens seit einem Erdbeben so schief und krumm.

Baixada Santa Eulalia

Barrio Gotico Barcelona

Santa Eulalia ist die Schutzheilige der Kathedrale. Die nach ihr benannte, leicht abschüssige Gasse birgt eine Legende: Angeblich soll eine der Todesstrafen, die die Märtyrerin erleiden musste, darin bestanden haben, dass sie in einem mit Nägeln gespickten Fass diese Straße hinuntergerollt wurde.

 Barcelona Barrio Gotico Baixada santa eulalia

Plaça de Sant Felip Neri

Eine ganz traurige Geschichte gehört zu dem wunderbaren kleinen versteckten Platz San Felip Neri, den man vom Carrer Bisbe kommend erreichen kann. Felip Neri war übrigens ein italienischer Heiliger, keine Ahnung warum der Platz nach ihm benannt wurde. Weiß es jemand von Euch?

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Im Zweiten Weltkrieg starben hier dreißig spielende Kinder im Hagel der Bombensplitter. Die Einschläge sind noch heute an der Fassade der Kirche deutlich zu erkennen und sollen auch zur Erinnerung und Mahnung dort bleiben.

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Auf dem Brunnen im Zentrum gab es früher mal eine Statue, die „der Student“ hieß. Irgendwann verschwand diese Figur jedoch und wurde bis heute nicht aufgefunden oder ersetzt.

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