Ich war Schnaps brennen in Tirol

Naja, ich habe nicht selbst gebrannt, aber viel über das Brennen von Schnaps gelernt. Die Schnapsbrennerei hat nämlich eine lange Tradition in Tirol!

schnapsbrennerei kufstein

In Tirol wird heute noch genauso wie schon vor hundert Jahren ein netter Brauch gepflegt: Wenn man jemanden besuchte, oder sich auch nur auf ein kleines Schwätzchen vor der Tür traf, gab es früher irgendwo in der Nähe des Eingangs ein „Schnapskastl“. hier wurde der Schnaps aufbewahrt, den man den Besuchern als Begrüßungstrunk anbot. Das Kastl gibt es heute zwar meist nicht mehr,aber der Brauch, mit den Gästen ein Schnäpschen zu trinken, hat sich bis heute gehalten. Besonders im Winter, wenn es draußen bitterkalt ist, tut eine kleine Aufwärmung dem frierenden Besucher gut! Natürlich geht es nicht darum, sich ernsthaft zu betrinken. Das gemeinsame Schnapstrinken ist ein Zeichen des Willkommens. Es heißt so viel wie: Ich mag dich und freue mich, dich zu sehen. So ein Angebot, kann man also gar nicht ablehnen!

schnaps tirol

Die Tradition der Schnapsbrennerei gab es schon im Mittelalter. Wahrscheinlich ist sie noch viel älter. Vor den Alchimisten haben schon die Araber das Destillieren vergorener Früchte oder Pflanzen gekannt. Das „brennende Wasser“ wurde lange Zeit vorwiegend als Heilmittel eingesetzt. Auch den antiken Griechen und Römern waren alkoholische Getränke nicht unbekannt. Oft wurde die Wirkung des Genusses sogar mit etwas „Göttlichem“ in Verbindung gebracht und diese „geistigen“ Getränke entsprechend bei religiösen Ritualen eingesetzt. Das Wort Spirituosen zum Beispiel stammt ja vom lateinischen spiritus = Geist ab.

schnaps brennen tirol

Im Laufe der Jahrhunderte verfeinerten die Menschen die Prozesse der Herstellung und entwickelten „regionale Spezialitäten. So ist Russland für seinen Wodka berühmt, in Schottland stellt man den besten Whisky her, die Mexikaner machten den Tequila weltbekannt und in Tirol trinkt man eben Obstler.

schnapsbrennerei schmider tirol ebbs

Schon unter der Kaiserin Maria Theresia entstand ein Branntweingesetz, nach dem jeder Österreicher, der ein Stück Land mit Obstbäumen besaß, eine bestimmte Menge an Schnaps aus eben diesem Obst herstellen durfte. Der Vorteil dieser relativ liberalen Regelung der Schnapsbrennerei ist, dass das Streuobst nicht wegeworfen wird, sondern noch eine gute Verwendung findet. Zum anderen ist es aber auch ein Schutz der Kulturlandschaft! Kleine Gärten, die vielleicht nicht groß genug sind, um landwirtschaftlich gewinnbringend genutzt zu werden, bleiben so erhalten.

kessel zum schnaps brennen

In Tirol gibt es mittlerweile sogar eine Schnapsroute. Verschiedene kleine und mittlere Destillerien haben sich zusammengeschlossen und zeigen den Besuchern, wie das mit dem Schnapsbrennen funktioniert. In Ebbs habe ich der Schaubrennerei von Albert Schmieder einen Besuch abgestattet. In einem jahrhundertealten Holzhaus hat er unten seine kleine Berennerei eingerichtet. Das erste, was einem beim Betreten der Räuem auffällt, ist natürlich der beeindruckende Brennkessel. Aber in dem liebevoll restaurierten alten Bauernhaus gibt es noch viele andere kleine Schätze zu bewundern.

schnaps brennen tirol

Die große, kupferne Apparatur weckt in mir sofort Assoziationen von Alchimisten, die zwischen dampfenden Kesseln und merkwürdigen Flüßigkeiten hantieren. Albert ist zwar kein Alchimist, aber ein leidenschaftlicher Hobby-Schnapsbrenner. Ausführlich erklärt er mir die Geschichte und die Tradition des Schnapsbrennens. Man spürt, dass er mit viel Liebe und Leidenschaft bei der Sache ist. In einem Nebengewölbe ruhen noch verschiedene „Ansätze“ und Destillate …. Schließlich darf ich sogar ein paar der gebrannten Kreationen probieren! Es gibt Himbeere, Apfel, Birne, Kirsche, … Am besten schmeckt mir der Kirsch-Schnaps! Da kann ich doch nicht wiederstehen und nehme mir ein Flascherl für zuhause mit 🙂

schnaps brennen tirol

 

Adresse: 

Schaubrennerei Albert Schmieder
Kaiserbergstraße
6341 Ebbs
Website: www.wundertropfen.com

 

schnaps brennen tirol

 

Vielen herzlichen Dank an Mela, Andrea und Elisabeth von Tourismus Tirol und dem Ferienland Kufstein für die Einladung zu dieser wundervollen Entdeckungsreise.  Meine Meinung und meine Eindrücke sind selbstverständlich ausschließlich meine eigenen.

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