Julivia – Mit dem Boot von Bucht zu Bucht

Blau schimmert das Meer im Sonnenlicht. Die Wellen schwappen schäumend an den Sandstrand. Langsam nähert sich ein kleines Boot. Es ist ein Wassertaxi, das auf den schönen Namen „Julivia“ hört und Lina und mich von Calella nach Tamariu fahren soll. Da hier am Strand kein Steg ist, fährt unser Julivia Boat direkt bis ans Ufer, in den Sand. Sogar eine kleine Treppe wird noch ausgeklappt, so dass nicht einmal meine Füße nass werden! Ganz Gentleman, bietet mir der Seemann galant seine Hand, um mir den Einstieg zu erleichtern. Dankend nehme ich seine Hilfe an, und schwinge mich leichtfüßig auf das Boot.

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JULIVIA BOOTE WURDEN LEIDER EINGESTELLT 

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Außer Lina und mir ist noch ein älteres Pärchen und eine Familie mit an Bord. Wir haben also reichlich Platz und können uns aussuchen, ob wir auf der Bank in der Mitte oder an der Reling sitzen wollen. Ich entscheide mich für Reling, denn da kann ich das Meer besser sehen und falls ich ein bisschen nass werden sollte, wäre das jetzt im Sommer eine erfreuliche Erfrischung.

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Langsam tuckern wir zwischen den Booten die vor dem Strand vor Anker liegen hindurch und fahren in Richtung der Ameiseninseln. Die Islas formigues sind ein kleiner Felsenhaufen vor der Küste. Genau genommen liegen sie vor dem Cap Roig und bilden sozusagen die Grenze zwischen Palamós und Palafrugell.

In hellem Rot schimmern die Felsen des Caps vor uns. Dort oben liegen der botanische Garten und die kleine Burg, die sich der Verwandte des russischen Zaren dort zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gebaut hat. Zwischen den Bäumen kann ich sogar die Bühne erkennen, die für das sommerliche Musikfestival aufgebaut ist.

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Leider ziehen mittlerweile dicke Wolken über dem Cap Roig heran. Ob es ein Gewitter geben wird? Ich hoffe nicht. Bislang ist es noch trocken, aber ein wenig bedrohlich sehen die schwarzen Wattebäusche am Himmel schon aus.

Kurz vor den Formigues drehen wir um und fahren nun in nördlicher Richtung an der Küste entlang nach Tamariu. Die Ameiseninseln sind nur ein kleiner Abstecher, Sightseeing für die Besucher, damit sie auf der Bootsfahrt auch was geboten kriegen.

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In ganz gemütlichem Tempo tuckern wir an den Stränden von Calella vorbei. Richtig schön sieht der kleinen Ort vom Wasser aus: Weiße Häuser und bunten Türen der alte Fischerhütten. Wir verlassen die Bucht von Calella und umrunden die Felsen. Da kommt auch schon Llafranc in Sicht. Die beiden sind mit dem Camí de Ronda, einem alten Küstenweg, auf dem früher Fischer und Schmuggler von einer Bucht zur anderen gelangten, verbunden. Heute spazieren hier die Besucher und Urlauber gern entlang.

 

Als ein Motorboot vorbei düst, türmen sich richtige kleine Wellen vor uns auf. Gemächlich hebt und senkt sich der Bug. Die Küstenlinie taucht auf und verschwindet, taucht auf und verschwindet. Das hat fast schon etwas Meditatives an sich.

Für meinen Geschmack könnten wir gern etwas schneller fahren. Ich liebe es über die Wellen dahinzugleiten. Schnell mit einem Boot über die Wellen zu flitzen, ist wie Fliegen, nur eben über das Wasser. Da fange ich ganz automatisch an, bis über beide Ohren glücklich vor mich hin zu grinsen. Aber das Julivia ist ja kein Rennboot. Die Leute sollen ganz entspannt die Küstenlandschaften der Costa Brava genießen können. Na gut, dann eben heute mal gemütlich.

bucht von llafranc palafrugell

In Llafranc legen wir nicht an. Wir fahren an der mittleren der drei Buchten, die zu Palafrugell gehören, vorbei. Auch den Leuchtturm San Sebastian lassen wir links liegen und reiten auf den Wellen weiter Richtung Tamariu.

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Kurz bevor wir unser Zeil erreichen, entdecke eine kleine versteckte Bucht, die Cala Pedrosa. Ganz ähnlich wie in der Bucht Aigua Xelida steht dort auch eine alte Fischerhütte. In genau so einer alten Hütte war ich letzten Sommer zusammen mit Marta zu einem leckeren Essen eingeladen. Quim Caselles hatte rustikalen Suquet de peix für uns gemacht. Das war soooo lecker! Hach ich kriege schon wieder Hunger, wenn ich nur daran denke! Aber gleich um die Ecke liegt dann auch Tamariu. Wir gleiten langsam in den Hafen hinein. Rechts warten schon die neuen Passagiere am Anleger. Während die jetzt von hier aus bis Calella schippern, suchen Lina und ich uns einen freien Tisch im Restaurant El Clot dels Mussols. Seeluft macht eben hungrig!

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Der Kellner ist super gut drauf und echt nett. Das ist in der Hochsaison leider gar nicht immer so selbstverständlich, bei dem Betrieb, der hier im Sommer herrscht. Aber wir haben Glück, bestellen schnell etwas und kriegen kurz darauf zwei leckere Gerichte serviert: einen Lachs-Avocado-Salat und eine Gemüsepfanne. Hungrig stürzen wir uns auf unser spätes Mittagessen, bevor es nachher mit dem Julivia-Bus wieder zurück nach Calella geht. Da steht nämlich das Auto.

tamariu strand  tamariu mussol
tamariu mussol

Infos zum Julivia Boat:

Julivia Boat heißt diese Erfindung, die in diesem Sommer das erste Mal zum Einsatz kommt. Es ist eine Verlängerung der Julivia-Bus-Route, mit der die Besucher Palafrugells nun auch per Boot von einer Bucht zur anderen gelangen können. Eine echt megapraktische Sache, weil im Sommer an allen Stränden akuter Parkplatzmangel herrscht.

Auf der Website von Turisme Palafrugell findest Du ausführliche Infos visitpalafrugell.cat. Über den Bus habe ich neulich schon in dem Artikel zum Cap Roig geschrieben.

Betrieben wird das Julivia-Boat von den Besitzern des Tauchcenters Poseidon, das sich an der Platja Port Pelegri befindet. Dort stehen die genauen Abfahrtszeiten angeschlagen und Tickets für das Boot kriegst Du dort auch.

Poseidon Diving
Platja Port Pelegri s/n
17210 Calella de Palafrugell
Geöffnet von April bis Oktober
Website  www.poseidoncalella.com

Restaurant El Clot dels Mussols
Passeig del Mar, 2
17212 Tamariu
Website: www.tamariu.com

JULIVIA BOOTE WURDEN LEIDER EINGESTELLT – Die Busse gibt es noch!  

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