Kap Kaliakra – die Legende der Jungfrauen und leckere Muscheln

Bulgarien Kavarna im Hintergrund Muschelbank Dalboka

Im Schwarzen Meer gibt es jede Menge Muscheln. Nicht nur die, die man am Strand aufsammeln kann, sondern auch die frischen, zum Essen. Ganz in der Nähe des Kap Kaliakra liegt direkt vor der Küste eine kleine Muschelfarm. Leider ist es verboten, mit dem Boot rauszufahren und die Muschelbank zu besuchen, aber man kann sie vom Strand aus sehen und die Muscheln in dem kleinen Restaurant probieren.

Bulgarien Cap Kaliakra Felsen

Aber ich sollte besser von vorne anfangen (nicht immer nur ans Essen denken, Nicole!). In der Nähe von Kavarna, nördlich von Varna gelegen, ragt das Kap Kaliakra wie ein lange, spitze Zunge ins Schwarze Meer. Alex, unser Guide, führt uns an der felsigen Küste entlang zur Spitze des Kaps. Plötzlich ruft er „Delfine!“ und tatsächlich toben da unten mindestens 5- 6 fröhliche Delfine im Meer herum. Sie springen hin und her, die Sonne scheint und das Wasser glitzert. Super schön!!! Dann erzählt Alex uns noch eine der vielen Legenden, die von Kaliakra handeln.

Bulgarien Kap Kaliakra Ruinen

Kurzversion der Kaliakra Legende:

Vor ein paar Jahrhunderten, als die Ottomanen die Gegend um Kaliakra eroberten, sollten alle Einwohner den Glauben der neuen Herrscher annehmen. Die bis dahin christlich-orthodoxen Kaliakrer waren nicht sehr begeistert von dieser Idee. Als dann auch noch 40 schöne Jungfrauen in einen Harem eintreten sollten, weigerten sie sich. Sie wollten lieber sterben, als den neuen Herrschern zu gehorchen. Der Legende nach flochten die jungen Frauen daraufhin ihre langen, blonden Haare zusammen und stürzten sich dann, so aneinander gekettet, bei Kaliakra ins Meer.

Was für ein Drama! Aber diese Geschichte ist nicht die einzige, die von dem alten Fort und den steilen Klippen handelt. Während wir gemächlich in Richtung der alten Befestigungsanlage schlendern, höre ich irgendwo Musik. Bald kommt ein Akkordeonspieler in Sicht, der es sich im Schatten der Ruinen gemütlich gemacht hat. Vielleicht singt er ja auch von alten bulgarischen Legenden? Leider kann ich seine inbrünstig geschmetterten Texte aber nicht verstehen. Ich höre einfach nur eine Weile zu, werfe ihm einen Lew in sein Körbchen und dann muss ich weiter. Ich will ja das Kap noch sehen.

Bulgarien Kap Kaliakra Ruinen

Überall am Wegesrand kann man Andenken kaufen. Die angebotenen Souvenirs bestehen erstaunlicherweise aus sehr viel Selbstgebasteltem: jede Menge gehäkelte Strümpfe, Schuhe und Mützchen, selbstgenähte Puppen und natürlich die üblichen Dinge wie Matruschkas, Schlüsselanhänger, Schneekugeln, Gläsern etc. Auch ein paar merkwürdig aufgeblasen wirkende Stachelfische gibt es. Der Weg zum Kap geht mitten durch ein Restaurant, also über die Terrasse des Lokals. Nach links zeigt ein Schild auf eine kleine Höhle, in der sich ein Museum befindet. Die Höhle besteht nur aus einem Raum und so richtig viel zu sehen gibt es dort nicht. Also weiter. Als ich dann endlich am Cap ankomme, muss ich einen Moment lang einfach stehen und gucken. Unglaublich und wunderschön! Bei dem Versuch dieses Bild irgendwie festzuhalten, knipse ich sowohl mein Handy als auch die Kamera voll. Stundenlang könnte ich hier bleiben.

Kap Kaliakra Bulgarien

Aber dann meldet sich mein Magen. Jetzt sind die leiblichen Genüsse an der Reihe. Alex hat versprochen, dass wir Muscheln essen werden!

Die kleine Bucht, in der sich das Restaurant Dalboka und die Muschelfarm befinden, liegt ein bisschen versteckt zwischen dem Kap und Kavarna. Eine kleine Straße, naja eher ein Weg, führt dorthin, wenn man weiß wo es lang geht :-). Als ich mich noch auf eben diesem Weg nach unten, in die Bucht befinde, erscheint hinter einer Kurve plötzlich das Schwarze Meer und die Muschelfarm. Auf dem Wasser schaukelt ein kleines Boot in den Wellen. Es sieht aus wie… in der Karibik!

Bulgarien Kavarna Muschelbank Dalboka

Bulgarien Kavarna Restaurant und Muschelfarm Dalboka

In dem Restaurant angekommen, bettele ich Alex an, doch bitte, bitte mit uns auf diese leicht verrostet wirkende Muschelbank zu fahren. Er gibt sein Bestes, aber leider ist es eben doch verboten. Wie schade. Die Muscheln brauchen halt ihre Ruhe. Bevor ich mich zum Trost an einen der Tische setze, um etwas Leckeres zu bestellen, muss ich aber noch ein paar Bilder schießen. Es sieht einfach zu romantisch aus, wie die weißen Tischdecken vor dem türkisfarbenen Wasser im Wind hin und her flattern. Die leichte Brise ist total angenehm, weil es heute ziemlich heiß ist. Das Thermometer ist bestimmt schon fast bei 30 Grad angekommen, da ist so ein kühles Lüftchen mehr als willkommen.

Schließlich siegt dann doch der Hunger im Magen über das Auge. Wir bestellen – Muscheln natürlich. Auf der Karte wird ein kurios wirkender Nachtisch als „unbedingt probieren“ angepriesen. Meine angeborene und ziemlich ausgeprägte Neugier springt sofort darauf an: Muscheln mit Apfelkompott! Selbstverständlich bestelle ich das und bin sehr gespannt. Nach einem Muschel-Moussaka und einem Teller Miesmuscheln und anderer Meersfrüchte (sehr köstlich) kommt dann das Dessert: Ich hätte nicht gedacht, dass diese Kombination aus Muscheln und Apfel gut schmeckt, aber glaub mir, es ist unglaublich lecker!

Bulgarien Kavarna Restaurant und Muschelfarm Dalboka

… und ich sag das jetzt nicht nur so: Ich werde das echt zuhause nachkochen! 

Bulgarien Kavarna Muschelfarm Dalboka Boot

Bulgarien Kap Kaliakra Mohnblumen

Bulgarien Kap Kaliakra Kapelle

Bulgarien Kap Kaliakra Kapelle

Bulgarien Kap Kaliakra Kapelle

Bulgarien Kap Kaliakra

Bulgarien Kaliakra Andenken Matruschkas

Bulgarien Andenken Häkelsachen

Nützliche Infos zum Nachreisen:

Cap Kaliakra liegt in der Nähe von Kavarna

Dalboka Mussel Farm
Дълбока / Dalboka
9650 Kavarna
Bulgaria
 www.dalboka.com

Hinweis:
Vielen Dank an Bulgaria Travel für die Einladung zu dieser wundervollen Reise #erlebeBulgarien – Ohne Euch hätte ich nie erfahren, wie lecker Apfelkompott und Miesmuscheln zusammen schmecken. Meine Meinung ist natürlich wie immer ausschließlich meine eigene.

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