Monopoli – die Einzige

Slow Blogging:

Nun bin ich gerade arbeitstechnisch etwas ruhig gestellt. Dank eines gebrochenen Arms kann ich die Tastatur nur mit einer Hand bedienen. Lina hat derweil den Blog gekapert und erzählt Dir hier ihre Geschichten, so lange ich Zwangspause habe. Aber so ganz untätig kann ich einfach nicht sein. Schlimm genug, dass ich bei den normalen Alltagsbewegungen, die ich sonst einfach mal eben schnell nebenbei gemacht habe, plötzlich auf Hilfe angewiesen bin. Mehr als einmal täglich stehe ich wie ein kleines Rumpelstilzchen mit einer Träne im Auge dumm herum, weil irgendwas nicht so geht, wie ich das will. Ich brauche zwar viel Zeit, aber auch mit zwei Fingern werde ich es irgendwie schaffen, Dir hier eine (kurze) Geschichte aus dem letzten Sommer zu erzählen. Slow Blogging sozusagen – also lies gefälligst auch bitte schön langsam!

monopoli gasse

Monopoli, die Einzige:

Es ist heiß, ein normaler Sommertag in Apulien. Wir fahren in Richtung Monopoli, an die Küste der Adria. Eigentlich eine voll verrückte Geschichte, denn von Barcelona aus ist es ganz schön weit hier runter, bis in den Hacken des italienischen Stiefels. Doch die lange gebuchte Reise, auf die ich mich so sehr gefreut hatte, wurde ein paar Tage vor Abflug von Vueling schwer ins Wackeln gebracht. Von einem Tag auf den anderen cancelte die Airline einfach unsere Flüge. Die angebotenen Ersatztermine waren ein schlechter Witz, so undenkbar schräg, wie sie lagen. Aber selbst wenn es passende Ersatztermine gegeben hätte, wir hatten Unterkünfte und Mietwagen gebucht, die konnten wir so kurzfristig weder stornieren noch umbuchen lassen. Was sollten wir also tun? Gar nicht fliegen und zu Hause bleiben?

So schnell wollten wir nicht auf unsere Reise verzichten. Also setzen wir uns in unseren guten, braven alten Passat und fuhren los. Die Fahrt selbst dauerte genauso lange, wie die Zeit, die wir letztendlich noch in Apulien verbringen konnten. Aber hey – eine bessere Alternative, als Trübsal blasend zu Hause zu sitzen war das allemal.

Wir fahren also vorbei an unzähligen Olivenhainen, bis schließlich das blaue Meer vor uns liegt. Zwischen den rauen Felsen hindurch suchen wir uns einen Weg ins kühle Nass. Ein kurzes erfrischendes Bad. An der Küste ist immer irgendwo ein schöner Strand oder eine kleine Bucht in der Nähe.

monopoli strand

monopoli piazza

monopoli centro storico

In Monopoli lassen wir das Auto an einem kleinen Platz stehen und machen uns zu Fuß auf den Weg in den historischen Stadtkern. Wir sind ein wenig überrascht, wie groß Monopoli doch ist. Allein die Altstadt ist wesentlich größer als erwartet. Damit man auch keine Sehenswürdigkeit verpasst, gibt es sogar einen gekennzeichneten Spazierweg für Touristen.

Der Name Monopoli bedeutet übrigens „einzige Stadt“. Ganz früher im sechsten Jahrhundert war das kleine Dorf nämlich die einzige Siedlung in der gesamten Gegend, die der Zerstörung durch die Ostgoten entkam. Alle anderen größeren Städte wurden dem Grund und Boden gleich gemacht. Monopoli überlebte diesen Angriff jedoch und heißt seitdem „die Einzige“. So sagt es jedenfalls die Legende.

monopoli

monopoli terrasse centro storico

monopoli
Wir bummeln ein wenig kreuz und quer durch die Gassen, stoßen ab und zu wieder auf den gekennzeichneten Weg der Touristen und lassen uns einfach mit großen Augen treiben. Viele der engen Gassen leuchten ganz in Weiß im hellen Sonnenschein. Auf den Terrassen der Cafés und Restaurants locken bunte Stühle und überraschend viele Pflanzen. Wir lassen uns nur zu gern verführen und trinken gemütlich einen köstlichen Kaffee zwischen blühenden und duftenden Blumen  und Kräutern.

monopoli basilikum
monopoli rosa blumen

monopoli centro storico

Wenn ich vorher gewusst hätte, wie schön es hier ist, hätte ich mir wohl ein kleines Hotel in Monopoli gesucht, um mehr Zeit zu haben, die ganzen weißen engen Gassen näher kennenzulernen und am Abend die hübschen kleinen Restaurants in Ruhe zu erkunden. Naja beim nächsten Mal vielleicht.

monopoligasse altstadt

monopoli hafen tor

Schließlich stehen wir wieder am Hafen. Das Meer ist nie wirklich weit weg. Hinter einer Wegbiegung kommt garantiert immer irgendwo wieder das endlose blaue Meer in Sicht. Auch, wenn es hier in Monopoli ziemlich von dicken Mauern verdeckt wird. Die mussten früher sicher die Stadt vor Angreifern von See her schützen. Oder vielleicht sollten die dicken Mauern die Einwohner auch vor Überschwemmungen und Sturmfluten bewahren.

monopoli mauer meer

leuchtturm monopoli

monopoli hafen

monopoli boot

… und weil ich heute noch nicht so gut und so viel schreiben kann, musst Du Dir jetzt mal mehr Fotos ansehen. Ich lasse einfach die Bilder sprechen 🙂

monopoli turm centro storico

kirche monopoli

turm monopoli

monopoli bunte stühle

monopoli gasse altstadt

monopoli altstadt

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