Türkisfarbenes Wasser, einsame Buchten und raue Felsenklippen. Das ist meine Costa Brava, so wie ich sie erlebe. Außerhalb der Hauptsaison kann man die bizarre Schönheit dieser Küstenlandschaft in vollen Zügen genießen. Doch auch wenn sich in den Sommermonaten scheinbar endlose Massen badelustiger Urlauber an den Sandstränden tummeln, gibt es noch Möglichkeiten, an der Costa Brava nachhaltig Urlaub zu machen, zum Beispiel indem man Aktivitäten wie das Projekt Sepia unterstützt.

Bootstour Costa Brava Projekt Sepia

Boris Weitzmann Projekt Sepia

In Estartit, dem kleinen Küstenort vor den Medes-Inseln, arbeitet der Meeresbiologe Boris Weitzmann gemeinsam mit lokalen Fischern daran, dass die stark geschrumpften Bestände der Sepien und Kalmare sich wieder erholen. Um zum Wachstum der Populationen beizutragen, setzen sie nicht nur die versehentlich in den Netzen gefangenen Eier wieder ins Meer. Sie haben besondere Käfige entwickelt, in denen die Babys sich vor Fressfeinden und Menschen geschützt entwickeln können.

Da diese Tintenfische ihre Eier an einer festen Struktur ablegen müssen, nutzt man darüber hinaus das angeborene Verhalten und schafft künstliche Ablageplätze. Im Frühjahr werden Leinen zu Wasser gelassen, an denen man kleine Äste befestigt hat, die den Tieren zur Eiablage dienen. An den einfachen, aber wirkungsvollen Konstruktionen, Sepieres genannt, entwickeln sich in den Eiern dann die kleinen Sepien und Kalmare, bis sie im Herbst schlüpfen. Erste Erfolge zeigen, dass die Populationen im Naturpark wieder angewachsen sind.

Knochenjob auf dem Meer - ein Tag mit dem Fischer von Roses 14

Bootstour Illes medes, Medas Inseln

Bereits 1984 wurden die Medes-Inseln unter Schutz gestellt. Dort ist nicht nur die Fischerei verboten. Man versucht auch, die Anzahl der von weit her anreisenden Tauchtouristen zu steuern, indem man die Genehmigungen der Tauchboote kontrolliert, die nur an den ausgewiesenen Bojen anlegen dürfen. Denn „Anker werfen“ darf man in dem marinen Schutzgebiet nicht. Auch die sauerstoffproduzierenden Seegraswiesen stehen unter Naturschutz.

Bootstour Costa Brava Projekt Sepia

Bootstour Costa Brava Projekt Sepia

Wunderbare Buchten wie die Cala Pedrosa, die Cala Foradada und jede Menge Höhlen, wie die Cova del Drac (Drachenhöhle) gibt es bei den Bootsfahrten entlang der Küste des Montgrí zu entdecken. Bei dieser Zusammenarbeit lokaler Fischer und Meeresbiologen, erklärt Boris das Projekt Sepia und das faszinierende Leben der Unterwasserwelt. Ganz nebenbei kann man die einzigartige Felsenküste bewundern, diese steilen Klippen aus porösem Gestein, die vor über 5 Millionen Jahren von Süßwasser führenden Flüssen geschaffen wurden. Denn diese raue Landschaft entstand quasi durch die Auswaschung durch das leicht saure Wasser und stoppte erst, als sich die Straße von Gibraltar wieder öffnete und das salzige Mittelmeer bildete.

Bootstour Costa Brava Projekt Sepia

Zum Abschluss der Bootsfahrt drehen wir eine Runde um die kleine Inselgruppe. Boris erzählt, dass die Zackenbarsche unter Wasser zu einer erstaunlichen Größe heranwachsen, denn wenn sie nicht gefangen werden, können Fische immer größer werden und ihre Reproduktion sogar erhöhen. Nachts, wenn es Menschen verboten ist, sich den Inseln zu nähern, kommen Delfine, um hier zu fressen. Auch Grauwale und sogar Pottwale wurden schon gesichtet.

tauchen Medes Inseln Illes Medes

Informationen zum Projekt Sepia

Zu dem 2010 zum Parc Natural del Montgrí, les Illes Medes i el Baix Ter erklärten Gebiet gehören neben den Illes Medes auch das Sumpfgebiet des Baix Ter und die 6 km lange, unbebaute Küste des Montgrí. Ausgerechnet einer militärischen Anlage, die hier einst stand, ist es zu verdanken, dass das Ufer oberhalb der Felsen bis heute unbebaut blieb. Heute siedeln hier große Populationen der andernorts als bedroht geltenden Kormorane.

L’Estartit, der Hafen, von dem die meisten Boots- und Tauchtouren zu den nur 1 km vor der Küste liegenden Inseln starten, gehört zu Torroella de Montgrí, einem kleinen Ort, der sich zu Füßen des grauen Berges, des „Montgrí“, erstreckt. Das vom Ufer aus gut zu erkennende Archipel ist geologisch gesehen die Verlängerung des Bergmassivs.

Montgrí

Toroella de MontgriTorroella de Montgrí

Bei dem Projecte Sèpia arbeiten Fischer und Meeresbiologen Hand in Hand, um mit künstlich errichteten Brutmöglichkeiten und durch Sensibilisierung der Besucher für die empfindliche Schönheit dieser Landschaft, die maritimen Ökosysteme zu schützen und den Küstentourismus nachhaltiger zu gestalten.

Website Bootsausflug (Quim Farró): barcanuria.com/en/outing-with-fishermen-estartit
Website Sepia Projekt (Boris Weitzmann): www.projectesepia.com/blog/

Die Núria ist ein wunderschönes altes Fischerboot, ein traditionelles „llaüt català“. Gebaut wurde es in den 40er Jahren von Jaume Farró, einem Fischer aus L’Estartit, um damit seine Netze auszuwerfen. Mit der Ankunft der ersten Besucher an der Costa Brava begann er, kleine Bootstouren entlang der Küste anzubieten. Bis in die 60er Jahre fuhr die Núria nur tagsüber mit Besuchern beladen an den Ufern des Montgrí entlang und diente des nachts weiterhin dem Fischfang. Heute sitzt Jaumes Enkel Quim am Steuer der Núria. Das traditionelle Fischerboot ist längst mit Bänken und sogar Unterwasserfesntern ausgestattet, durch die man auf den Meeresgrund blicken kann.

Bootstour Costa Brava Projekt Sepia

Bericht über einen meiner Tauchgänge an der Costa Brava: Tauchen an den Medas Inseln 

tauchen Medes Inseln Illes Medes

tauchen Medes Inseln Illes Medes

Felsenlandschaft Costa Brava:

felsige Küste Costa BravaFelsenküste der Costa Brava (hier bei Sant Feliu)

felsige Küste Costa BravaFelsenküste der Costa Brava (hier bei Sant Feliu)

 

Hinweis: Dieser Bericht entstand im Rahmen einer Pressereise zum Thema Nachhaltigkeit, zu der ich von Turespaña und dem Patronat de Costa Brava i Pirineus eingeladen wurde.