Teneriffa in den 70ern: Viva Tenerife

Nostalgie steht auf dem Programm! Wir schwelgen mal wieder in Erinnerungen. Nachdem ich in meiner Fotokiste auf alte Bilder vom Wolfgangsee gestossen bin, hat sich auch mein Schatz daran gemacht, in alten Alben zu stöbern. Besonders schön find ich die Geschichten über Teneriffa, wo er in den 70ern, als kleiner Hamburger Jung’, zwei Jahre gelebt hat hat.

Teneriffa Teide 70er

(Der folgende Text enthält Werbung)

In den 70er Jahren hat mein Liebster 2 Jahre auf Teneriffa gelebt und ist dort auch zur Schule gegangen. Damals wurden die Kinder der 4 Grundschulklassen noch in einem Raum, gemeinsam unterrichtet. Und zwar von Doña Albertina, die auch schon mal was mit dem Lineal auf die Finger gegeben hat.

An den Wochenenden standen regelmäßig Ausflüge auf dem Programm. Insel entdecken mit der ganzen Familie.  Am liebsten mochte der kleine Mann damals schon die Wanderungen auf den Teide. Am schönsten war es für ihn ganz oben, fast schon am Kraterrand stehend, von oben auf die tiefer gelegenen Teile der Insel zu blicken. Über den Wolken (oder war es Nebel?)  konnte man die Insel teilweise gar nicht mehr erkennen, weil alles unterhalb der dicken, weißen Wolkenschicht lag.

Teneriffa Teide

Im Winter konnte man sogar ganz weit oben, dort wo Schnee lag, auf Plastiktüten Schlittenfahren und nachmittags unten am Strand baden gehen.

Teneriffa Strand Baden

Total klasse waren auch die Camping Ausflüge in die damals noch recht “wilde” Natur. An vielen Stellen der Insel konnte man damals noch sein Zelt aufschlagen, einfach so.

Teneriffa Medano

Nicht zu vergessen natürlich die leckeren Mittagspausen mit eigenem Grill  :-). Dabei fällt mir ein “Gibt es auf  Teneriffa eigentlich eine besondere, kulinarische Spezialität?”

Grillen auf Teneriffa

Mein Schatz verzieht schon bei dem blossen Gedanken das Gesicht, als er mir antwortet: Ja, gibt es: gofio !  Scheinbar schmeckte ihm der oder das “gofio” wohl nicht besonders. Leider kann er mir auch nicht mehr erklären, was das denn nun genau ist. Also schau ich im wörldweitwepp nach: Gofio ist ein Gericht, das schon die Ureinwohner der Kanaren kannten. Es scheint sich dabei um eine Art Gerstenmehl zu handeln, die dann mit Wasser und Olivenöl zu einem Brei verarbeitet wird. Eine Art pre-hispanische Polenta also. Viel leckerer fand mein Schatz als 7-jähriger die Runzelkartoffeln  (papas arrugadas).

teneriffa

Strände auf Teneriffa 

Beim Thema Strand gibt es auf Teneriffa ein paar echte Besonderheiten: Während in der Nähe von Santa Cruz, im Osten der Insel, schöner weißer Sandstrand zum Baden einlädt, besteht die Küste im Westen aus rauen Felsen.  In der Gegend um Los Gigantes kann man wohl eher nicht baden, aber die Landschaft  sieht einfach toll aus! Und last but not least der berühmteste Strand Teneriffas: Playa de las Americas. Ganz im Süden besteht der Sand aus Lavagestein vom Teide. Der Strand ist schwarz! Ob man hier im heißen Sommer überhaupt barfuß an den Strand gehen kann? Wohl eher nicht, wenn man sich nicht die Füße verbrennen will.

In den 70ern war auf Teneriffa eine Gruppe musikalisch total angesagt, das Trio Ayamo. Eine Minigruppe kanarischer Volksmusiker, die es scheinbar noch heute gibt. Etwas in die Jahre gekommen sind die natürlich auch, aber sie singen wohl noch immer!

Ende der 70er ging es dann mit der Fähre von Teneriffa bis Cadiz und von dort mit dem Auto nach Hamburg.  Ein 2-Jahre dauerndes Abenteuer. Er  hat mir soviel davon erzählt, dass ich natürlich auch gern mal nach Teneriffa fahren möchte und mir die ganzen Orte seiner Kindheit ansehen. Ob die alte Schule noch steht? Ob man die Strände und Wanderwege wiedererkennt?

Was mich besonders interessiert:  Gibt es noch Spuren und alte Bräuche von den Ureinwohnern, den Guanchen? Die “lucha canaria” scheint zumindest ein Überbleibsel der berberischen Einwohner zu sein.

Unter Tourismus auf Teneriffa im Winter  findet Ihr noch mehr Infos über die “traditionelle Küche” und sogar entsprechende Rezepte für papas arrugadas .

Hinweis: Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Tourismus Teneriffa. 

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2 Comments

  • Bin durch Flögi auf deinen Post aufmerksam gemacht worden und fand es toll solch alte Erinnerungsfotos sehen zu können.

    Lebe auf der Insel, von daher interessiert mich viel von der Vergangenheit. Wirklich unvorstellbar heute so wild dort oben zu campen. Muss schon ein Erlebnis gewesen sein.

    Ich selbst bin von Gofio begeistert, und es kommt in meiner Küche oft zum Einsatz. Wird auch immer noch viel genutzt in der hiesigen Küche. Einmal weil es viel sättigender ist und zudem der Geschmack durchs rösten auch einfach klasse. So zubereitet wie du beschrieben wird es aber auch noch gemacht, und in einem Sack aus Ziegenleder geknetet ist es eine gute, nahrhafte und sättigende Zwischenmahlzeit für viele Hirten, Bauern und Co.

    Die Traditionen angesprochen werden diese noch sehr gepflegt und weitergegeben. Mag ich sehr sehr gerne, und wer immer sich auf die Insel verirrt dem empfehle ich den Besuch von Romerias um einem Geschehen sehr nah kommen zu können.

    Falls du magst kannst du ja mal bei mir hiervorbeischauen, und vielleicht erkennt dein Männe ja das Eine oder Andere wieder.

    Wünsche ein schönes Wochenende und sende herzliche Inselgrüsse

    Nova

  • Tolle Fotos und Erinnerungen. Mit dem Zelt ist es klasse, aber dort durfte man heute nicht mehr wildcampen. Weiße Strände gibt es auf Teneriffa nicht. Der Strand Playa de las Teresitas in der Nähe von Santa Cruz ist mit dem goldenem Sand der Sahara aufgefüllt. Ist trotz seinem künstlichen Wesen sehr schön. Liebe Grüße (habe deine 11 Fragen beantwortet)

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