Gute Reise! – ein Buch über nachhaltiges Reisen

Gute Reise ist eines von diesen Büchern, bei dem ich der Autorin zunicken und Ja genau rufen möchte. Jacqueline Albers spricht Gedanken aus, die auch mir schon so oft durch den Kopf gegangen sind. Etwa wenn sie betont, wie wichtig es ist, unterwegs wenigstens ein paar Worte wie Bitte und Danke, in der Sprache der Einheimischen zu lernen. Wenn sie sagt, wir können uns doch ein wenig einlesen und ein paar Grundinformationen über die Gegend, die wir bereisen wollen sammeln, bevor es losgeht.

Gute Reise

Zum nachhaltigen Reisen gehört nämlich nicht nur die Entscheidung umweltfreundliche Fortbewegungsmittel zu wählen, sondern auch ein Gefühl für die Menschen zu entwickeln, die dort leben, wohin wir reisen. Oft sind die kulturellen Werte und Traditionen auf Reisen nämlich anders als zu Hause. Je mehr wir über die Gesellschaft und ihre Kultur wissen, umso besser können wir ihre Geschichte und ihre Bedürfnisse verstehen. Diese Unterschiede sind es, an denen wir Neues lernen und über unseren Tellerrand hinausblicken können. Darum geht es im Grunde doch, wenn jemand sagt, Reisen bildet.

Jacqueline erklärt, dass es bei nachhaltigem Reisen um weit mehr geht, als die rein ökologischen Gesichtspunkte des Reisens. Natürlich spielt Mobilität eine große Rolle, aber auch die Müllvermeidung, die Wahl der Unterkunft und der Aktivitäten vor Ort, und selbst das Essen auf Reisen kann man unter einem nachhaltigen Aspekt betrachten.

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Die Autorin gibt viele gute Tipps, worauf man achten sollte, wenn man nachhaltig unterwegs sein will. Sich richtig vorzubereiten, kann einfach sein und sogar Spaß machen. Um Fettnäpfchen zu vermeiden ist es wichtig, das Fettnäpfchen zu erkennen. Jede fremde Kultur kann ganz unterschiedlich auf unseren Besuch reagieren. Lustige Anekdoten zum Thema missverständliche Gesten hast du sicher auch schon gesammelt. Aber da sind auch Fragen wie viel Badekleidung am Strand passend ist, oder wie viel direkter Blickkontakt erwünscht ist. In manchen Kulturen ist Anstarren absolut nichts Peinliches, in manchen Gesellschaften sind Berührungen erwünscht, in anderen sollte man es tunlichst sein lassen.

Aus Respekt vor meinem Gegenüber muss ich zum Beispiel immer sehr aufpassen, nicht automatisch einfach andere Menschen anzufassen und zu umarmen. Das ist leider nicht überall gern gesehen. In Asien hat mir eine Gastgeberin vor vielen Jahren sehr diskret zu verstehen gegeben, dass sie uns Europäer generell als sehr laut und grob empfindet. Ich kam mir vor wie ein Elefant im Porzellanladen. Seitdem versuche ich zumindest mich so leise wie möglich zu bewegen, auch wenn ich an die lautlosen Gleitschritte meiner Gastgeberin von damals nicht im Entferntesten herankomme.

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Viele Tipps im Buch beziehen sich aber nicht nur auf das Reisen, sondern sind auf das Leben im Alltag anwendbar. Für nachhaltiges Packen gelten eigentlich dieselben Grundsätze wie für nachhaltiges Leben, Jutebeutel statt Einweg-Plastiktüte. Aber eben auch Wertschätzung und Respekt anderen Menschen gegenüber, den Dialog suchen und eine anständige Portion Selbstreflexion, tun uns und anderen auch zu Hause gut.

Besonders toll finde ich den Hinweis, dass ein analoger Reiseführer ins Gepäck gehört  (ein Hoch auf das gedruckte Buch) und der Tipp: Lass das Smartphone ruhig mal einen Tag im Rucksack/ Hotelzimmer/ zu Hause! Ich weiß, ich bin alt, aber ich bin früher immer ohne Internet gereist! Meine erste Reise 1989 nach Mexiko war ein echtes Abenteuer. Nicht weil ich mich von irgendwelchen Brücken gestürzt hätte oder aus Flugzeugen gesprungen wäre, sondern weil ich ein fremdes Land nur mit einem Buch unter dem Arm und absolut rudimentären Sprachkenntnissen kennenlernen wollte. Ich hatte einfach Zeit und bin drei Monate in eine komplett fremde Kultur eingetaucht. Diese Reise hat mich mehr geprägt, als viele andere aufregende Reisen nachher.

An mehreren Stellen im Buch betont die Autorin wie wichtig es für das Verstehen ist, Einheimische kennenzulernen. Da nicht alle Menschen so offen und kontaktfreudig sind, dass sie immer und überall gleich neue Leute kennenlernen, ist es oft ein guter Trick einen Guide zu nehmen. Oft löst das auch gleich sprachliche Probleme. Ich finde Guides überall auf der Welt, selbst hier bei mir, einfach die allerbeste Möglichkeit, um einen Ort richtig kennenzulernen und möglichst viel durch die Augen eines Einheimischen sehen zu können. Und sehr oft entstehen dabei sogar neue Freundschaften.

GuteReise

Infos: “Gute Reise”

Was mir an “Gute Reise” besonders gefällt, sind die ganz konkreten Tipps und Adressen. Die Autorin nimmt uns Lesern mit diesem Buch einen großen Teil der Reisevorbereitung ab. Es ist ein sehr praktisches Handbuch, mit dem ich guten Gewissens auf die nächste Reise gehen kann. Und es ist wie immer im Reisedepeschen Verlag einfach super schön gemacht. Ich musste beim Blättern an einen Spruch im Schaufenster meines Buchhändlers denken:

Ein Buch riecht besser als ein Tablet. 

und es sieht auch so viel schöner aus.

“GUTE REISE”
Handbuch für nachhaltiges Reisen
Autorin: Jacqueline Albers
Verlag: Reisedepeschen
Preis: 22 Euro, versandkostenfrei innerhalb Deutschlands
Artikelnummer: 9783963480171
Bestellen kannst Du das Buch direkt bei den Reisedepeschen oder in Deinem Buchladen um die Ecke www.reisedepeschen.de/

 

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