UNTERWEGS IN ITALIEN

Das erste Mal war ich gerade 18. Kurz vor dem Abitur machte ich mich zusammen mit einer Schulfreundin auf den Weg nach Italien. Damals war die einzige für uns erschwingliche Art zu Reisen der Zug. Also kauften wir ein Interrail-Ticket und fuhren los. Zeit hatten wir ja. So kam ich zum ersten Mal ins Land, “wo die Zitronen blühen”.

Doch statt durch ganz Europa zu reisen, blieben wir länger als geplant in Rom hängen. Die ewige Stadt und die Liebe hatten einen Strich durch unsere Berechnungen gemacht. So richtig gelohnt hat sich das Interrail-Ticket am Ende vermutlich nicht. Ungewollt war aus unserer ursprünglich geplanten Rundreise so etwas wie slow travel geworden 🙂

Erst Jahre später kam ich zum zweiten Mal nach Italien. Dieses Mal, um in der Toskana mein Italienisch aufzubessern. Während des Studiums konnte ich mich anfangs einfach nicht zwischen den romanischen Sprachen entscheiden. Außer nur ein paar Semester Italienisch an der Uni zu belegen, wollte ich in die Sprache eintauchen. Bei meinen Ausflügen nach Pisa und Florenz damals machte ich natürlich keine Fotos. 1993 war ich gerade mal Anfang 20 und völlig dagegen, immer alles in Bildern festhalten zu müssen. Ich wollte lieber richtig eintauchen und ein Teil meiner Umgebung werden, statt sie nur von außen zu betrachten. Darum gibt es von meinen ersten Italien Reisen keine Bilder. Heute finde ich das schade.

Nachdem ich dann meinen Spanier kennengelernt und eine kleine Familie gegründet hatte, war erst einmal Schluss mit Italien. Von nun an ging es jedes Jahr in den Ferien zu den spanischen Großeltern, bis wir schließlich ganz in die Nähe von Barcelona zogen.

Irgendwann konnte ich den spanischen Mann schließlich überreden, es doch mal mit Italien zu versuchen. Lange Zeit hatte er sich strikt und sehr stur geweigert, auch nur einen Fuß in dieses Land zu setzen. Ich glaube, er war ein wenig neidisch auf die Italiener. Aber am Ende machten wir uns zu viert auf den Weg nach Verona. Mit den Kindern erkundeten wir den Norden Italiens und machten sogar Halt in Venedig. Am Ende dieses Urlaubs war der Schatz schließlich hellauf begeistert. Er war totaler Italien Fan geworden. Die netten Menschen, das gute Essen – ihm gefiel es nicht nur, sondern er fühlte sich einfach pudelwohl.

Von da an zog und zieht es uns nun öfter zu unseren mediterranen Nachbarn. Immer wieder finden wir viele Ähnlichkeiten und entdecken Unterschiede zum Leben auf unserer Seite des Mittelmeers. Viele nützliche Italien Tipps und lustige Geschichten aus Apulien, Rom, Ligurien, Piemont, Kampanien, der Emilia Romagna und der Basilicata findest Du hier.