Khao Lak und das Tsunami Memorial – zehn Jahre danach

Fast einen ganzen Tag brauchen wir für die rund 200 km, um mit Fähren, Bussen und Sammeltaxis von Kho Tao nach Khao Lak zu gelangen. Schon morgens um 5 geht es in Kho Tao auf die Fähre.  Vom Golf  von Thailand aus wollen wir einmal quer durch das Land, auf die „andere Seite“. Khao Lak liegt nämlich in der Andamanensee. Vor genau zehn Jahren erlangte Khao Lak traurige Berühmtheit, als er 2004 von einem  Tusnami dem Erdboden gleich gemacht wurde. Mir ist schon etwas mulmig, als wir abends gegen sechs, leicht gerädert von der langen Fahrt, aus dem Bus steigen. Von der Haltestelle aus sollte es nicht mehr weit zu unserer Unterkunft sein. Wir schnallen also unsere Rucksäcke auf und stiefeln los.

khao lak anreise

Der erste Eindruck von Khao Lak ist irgendwie … trist. Keine Ahnung, was ich erwartet hatte, aber jedenfalls keine vierspurige Hauptstraße, an der sich die Geschäfte aneinanderreihen. Die Atmosphäre hat etwas von Pauschaltourismus. Im Gegensatz zu Kho Tao, wo die Besucher alle um die 25 Jahre alt zu sein schienen, liegt das Durschnittsalter in Khao Lak eher bei 55-65 Jahren. D.h. wir gehören hier eindeutig zu den jüngeren Besuchern :-).

Khao Lak Thailand Hauptstrasse

Wir müssen uns noch etwas durchfragen, bis wir schließlich unten am Strand unser Appartment finden. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer Art Signal-Turm vorbei. Überall sind Hinweisschilder aufgestellt: „TSUNAMI GEFAHRENGEBIET – Bei Tsunami bitte höher gelegene Bereiche aufsuchen„. Das macht das mulmige Gefühl im Bauch nicht gerade besser. Nach einigen Kurven und vielen, verlassen aussehenden Grünflächen sind wir endlich da. Obwohl hier noch vor wenigen Jahren alles völlig zerstört war, kommen wir in ein liebevoll restauriertes, kleines Paradies. Wir beziehen unsere kleine Hütte am Strand und gehen auf Entdeckungstour.

Khao Lak Thailand

Khao Lak Green Beach Resort Thailand

Khao Lak Green Beach Resort Thailand

Der Strand selbst ist nach den traumhaften Inseln im Golf von Thailand ganz nett, aber eher unspektakulär. Halb so schlimm. Am nächsten Tag soll es sowieso auf das Tauchboot zu den Similan Islands gehen. Wir versuchen es mit dem Entdecken also weiter oben, im Ort selbst. Der zieht sich, wie schon gesagt, endlos an einer breiten Hauptstraße dahin. Einsam spazieren wir am Wegesrand entlang. Außer uns ist scheinbar niemand auf die Idee gekommen hier zu Fuß zu gehen. Nach einer Stunde Marsch wissen wir auch warum: An der Straße gibt es einfach nicht viel zu sehen und der Weg ist eher für Autos und Mopods gemacht.

Tsunami- Memorial

Wir bummeln kurz über einen Markt und stehen plötzlich vor einem Tsunami-Museum. Wichtige Frage: Reingehen oder nicht? Was kann uns da erwarten? Schließlich gibt der Verwendungszweck der Eintrittskarten den Ausschlag: Die Eintrittsgelder des Museums sollen den Tsunamiopfern zu Gute kommen. Noch immer gibt es nämlich Kinder, die in Waisenhäusern leben oder Menschen, die damals einfach alles verloren haben und sich heute irgendwie durch’s Leben kämpfen. Wir gehen also rein.

Khao Lak Thailand

Khao Lak Tsunami Museum Thailand

Die Ausstellung zeigt in ausführlichen Schautafeln und Grafiken, wie ein Tsunami entsteht und was genau hier eigentlich damals, vor zehn Jahren, passiert ist. In den oberen Räumen werden ein paar Videos gezeigt. Ganz schön heftig alles. Die Macht des Wassers und diese unglaublichen Kräfte, die wirklich alles mit sich reißen machen einen sprachlos. Ein paar Meter weiter, außerhalb des Museums, liegt ein Patrouillenboot der thailändischen Marine. Während des Tsunamis wurde es bis hierher geschwemmt, 2 km ins Inland. Nun erinnert es als Denkmal an die furchtbaren Ereignisse vor zehn Jahren. Wenn man bedenkt, wie es hier nach der Katastrophe ausgesehen haben muss, kann man nur den Hut ziehen, vor der Tapferkeit, dem Mut und der Wiederaufbau-Arbeit, die die Leute hier geleistet haben.

Khao Lak Tsunami Thailand Patrouillenboot

Khao Lak Tsunami Thailand

Irgendwie hängt der Tsunami noch immer wie ein Gespenst über der Stadt. Merkwürdigerweise empfinden das allerdings andere Touristen wohl nicht so.  In den Souvenirläden, Bars und Restaurants, die es an der Hauptstraße en masse gibt, tummeln sich die Touristen aus aller Herren Länder.

Nach drei Tagen geht die Reise weiter. Wir verlassen Khao Lak mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist es im Gegensatz zu anderen Orten in Thailand eher ein „hässliches Entlein“, andererseits haben wir aber auch so viele total liebe, lustige und nette Menschen kennengelernt, dass wir uns wirklich willkommen gefühlt haben. Was uns echt besonders gut gefallen hat, war unser Apartment, ein kleines, grünes Paradies. Der Besitzer der kleinen Anlage war supernett und hatte immer Zeit für ein kurzes Schwätzchen mit uns. Auch die Betten waren gemütlich, alles war sauber und es gab sogar einen kleinen Kühlschrank.

Green Beach Resort - Khao Lak Thailand

Green Beach Resort - Khao Lak Thailand

Green Beach Resort - Khao Lak Thailand

Und ganz wichtig : Von Khao Lak aus kann man unglaublich wunderbare Tauchausflüge machen! Eigentlich wollte ich unbedingt noch die Surin Inseln besuchen, aber natürlich hat mal wieder die Zeit nicht gereicht, leider. Einen tollen Bericht über die Seenomanden könnt Ihr aber hier lesen:  „Warum die Surin Inseln lieber ein Geheimtipp bleiben sollten

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Adresse unserer Hütte:  

Green Beach Resort Khao Lak
13/51 M7 Hadd Nangtong T. Khukkhak Takuapa District,
Phang-Nga Thailand 82190
www.khaolakgreenbeachresort.com

Tsunami Memorial:

International Tsunami Museum
Bang Nieng Village
Khao Lak
Thailand
www.khaolak.net

2 Comments

  • Hallo Nicole,
    wie ich deine Fotos angeschaut habe, fiel mir sofort auf, daß das Schiff von Tsunami bei dir schon ganz anders steht, wie bei mir, daß sie irgendwelchen Untergrund darunter gebaut haben. Blogeintrag von mir mit Fotos: http://reistdiemaus.blogspot.de/2011/03/thailand-2011khao-sok-nationalpark.html
    Ich konnte dort keinen Urlaub verbringen, ich weiß, wo anders könnte Tsunami auch genau so kommen, aber gerade der Ort, wo es schon mit dem Namen so stark geprägt ist, würde ich keine ruhige Sekunde haben. Liebe Grüße

    • Hi liebe Andrea!! Den Nationalpark wollten wir auch gern noch besuchen, dazu hat aber leider die Zeit nicht mehr gerreicht! Aber ich seh schon an Deinen Bildern, dass ich das beim nächsten Besuch in Thailand definitiv nachholen muss!

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