Valencia – das kommt mir spanisch vor

Valencia Altstadt

Wir laufen durch ein ehemaliges Flussbett. Ab und zu geht es unter einer Brücke durch. Von unserem Hotel in der Nähe der CAC (Ciudad de las Artes y de las Ciencias) spazieren wir durch einen Grüngürtel ca. zwanzig Minuten bis in die Altstadt Valencias. Als man vor ein paar Jahren beschloss den Rio Turía umzuleiten, wurde an dieser Stelle eine grüne Lunge für die Valencianer geschaffen. Eine langgestreckte Parkanlage mit Spielplätzen, kleinen Teichen, Musikanlagen und Terrassen zieht sich nun mitten durch die Stadt. Da wo früher das Wasser  floss, strömen jetzt Biker, Skater, Radler und Spaziergänger zwischen den rechts und links am Ufer aufragenden Häuserblocks entlang.

Valencia Park mit Brücke

In der Calle de la Paz erlebe ich ein kleines Wunder: Zum allerersten Mal in den vielen Jahren, die ich in Spanien lebe, bestelle ich ein „bocadillo vegetal“ und es enthält keinen Schinken! Ich bin total überrascht. Nicht mal Käse ist drauf, also praktisch voll vegan! Da ich aber keine Veganerin bin, bestelle ich mir noch eine Scheibe Käse dazu ;-). Statt Butter benutzt man hier normalerweise Olivenöl und Tomaten, um ein Brot lecker saftig zu machen. In dieser kleinen Bar  ist das Bocadillo auch noch mit Tahin bestrichen! Echt sehr, sehr lecker!

valencia bocadillo vegetal

Wir steuern weiter geradeaus, auf den von Weitem sichtbaren Turm der Santa Catalina Kirche zu, bis wir direkt auf der Plaza vor dem berühmten Miguelete, dem Glockenturm der Kathedrale, landen. Die Catedral de la Santa Maria  wurde übrigens auf den Resten einer Moschee errichtet. Vor der Moschee soll hier sogar schon ein römischer Tempel gestanden haben.

Bis zur Vertreibung der Mauren aus Spanien, der Reconquista im 14. und 15. Jahrhundert, stand der größte Teil der iberischen Halbinsel lange Zeit unter dem Einfluss der arabischen Herrscher, die mit ihren Gelehrten und Händlern das Land zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blüte geführt hatten. Als die Mauren vertrieben waren, errichtete man dort, wo die Moscheen standen, christliche Gotteshäuser.

Valencia Miguelete - Kathedrale

Valencia Kathedrale

In Valencia hatte der berühmte El Cid die arabisch sprechenden Einwohner schon im 11. Jahrhundert aus der Stadt getrieben, so dass die Kathedrale bald darauf errichtet und 1238* offiziell geweiht werden konnte. Leider kostet der Besuch der Kirche und des Turms Eintritt. Obwohl angeblich der Heilige Gral hier irgendwo in einem Seitenschiff aufbewahrt werden soll, sparen wir uns das Geld und fotografieren nur von außen.

(*im selben Jahr 1238 eroberte König Jaime das gesamte Kalifat Valencia zurück)

Dicht hinter der Kathedrale liegt die Markthalle. Ein schönes altes Gebäude. Obwohl die Mittagszeit schon fast um ist, sind die Türen noch offen. Wir gehen rein. Die Händler räumen gerade ihre sieben Sachen zusammen und putzen fleißig. Wir können also nur noch die Architektur der Halle bestaunen, aber  die Marktstände sind schon leergefegt und abgebaut. So viel zu den Sehenswürdigkeiten in Valencia. Viel mehr gibt es nicht zu sehen. Das haben wir sozusagen schnell abgehakt.

Valencia Markthalle

Im Grunde genommen ist Valencia Barcelona sehr ähnlich. Es gibt viele mittelalterliche, kleine Straßen, die Stadt liegt direkt am Meer, alles ist nur eben viel kleiner und übersichtlicher. Und man spricht in Valencia wesentlich mehr Spanisch als Katalanisch, obwohl die Straßennamen oft auf Catalán ausgeschildert sind. In der Nähe des Ayuntamiento, des Rathauses, kommen wir prompt an einer internationalen Sprachschule vorbei. Wenn man einen Spanisch- Sprachkurs machen will, ist man in Valencia also allerbestens aufgehoben. :-)

Wir bummeln durch kleinen Gassen, entdecken noch ein paar nette Plätze. In Valencia gibt es sogar eine runde Plaza! Irgendwann stehen wir dann vor einer mit hübschen Kacheln dekorierten, sehr alt und traditionell wirkenden Horchateria. Da muss ich natürlich rein. Hunger hab ich zwar nicht, aber es ist heiß und eine kalte Horchata ist fast wie Eis essen. Außerdem ist diese Erdmandelmilch ein Klassiker in Valencia. Dazu gibt es hier längliche Kekse, Fartons. (Ist Horchata eigentlich auch vegan? Ist ja nix vom Tier drin.)

Der kellerartige Raum ist recht kühl. Zuerst ist das ganz angenehm. Da die Klimaanlage auf „volle Pulle“ gedreht ist, wird mir dann aber doch schnell richtig kalt. Und das bei fast 30 Grad draußen. Ich mag Klimaanlagen nicht. Also austrinken und weg hier. Der Keks (nur einer)  ist trocken, die Bedienung unfreundlich und die Rechnung ist saftig. Dafür ist aber wenigstens die Horchata selbst sehr lecker! Als wir wieder vor der Tür stehen, freue ich mich über Licht und Sonne. Mittlerweile ist es auch fast sechs Uhr und nicht mehr so heiß.

Valencia Horchateria

Valencia Horchateria

Bevor wir mit dem Bus zurück ins Hotel fahren, um das Fußballspiel zu gucken (es ist noch WM und Deutschland spielt!), lassen wir uns auf der Terrasse einer Bar nieder und bestellen ein kühles Bierchen. Ganz schlechte Idee, wenn man gerade vorher eine Horchata getrunken hat. Mein Bauch grummelt. Der Mix war wohl nicht so ideal. Vorsichtshalber muss Michi mein Bier austrinken.

Die Paella, die wir später am Abend (nach gewonnenem Spiel!) dann noch gegessen haben, war leider echt nicht der Erwähnung wert. Dabei ist Paella eigentlich so lecker, aber in vielen Restaurants wird einem leider oft liebloser Massenmapf vorgesetzt, selbst in Valencia, der „Heimat“ der echten Paella.

Merke also: Paella besser nur zu Hause oder bei Freunden essen! Auch in Valencia.

Valencia

Valencia Shopping

Valencia in der Altstadt

Valencia in der Altstadt

Nützliche Infos:  

Horchateria Santa Catalina
Plaza de Santa Catalina, 6,
46001 Valencia
website: www.horchateriasantacatalina.com

Valencia Horchateria

Café mit dem veganen Bocadillo:
L’Espresso
Calle Paz (schräg gegenüber des Restaurants Nicoletta)
Valencia

Valencia Apfelsinen Orangen

Valencia Bar Altstadt

Valencia Brücke über den Park

Valencia Park

Valencia Park brücke

Disclaimer: Dieser Artikel entstand mit Unterstützung von Sprachdirekt und enthält einen Satz Werbung. Der Bericht ist selbst recherchiert und erlebt und die hier vertretene Meinung ist ausschließlich meine eigene.

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