Wasserball – in der Ciudad de las Artes y las Ciencias

In Valencia habe ich in der Ciudad de las Artes y las Ciencias gerade einen neuen Lieblingssport entdeckt: mit Luft gefüllte Wasserbälle! Na gut, es ist kein richtiger Sport, aber man bewegt sich, fällt auf die Nase und man kommt ins Schwitzen. Genial!

Valencia Ciudad de las Ciencias

Und das kam so:
Nachdem wir am Samstag einen gemütlichen Bummel durch die Altstadt gemacht hatten, wollten wir uns natürlich auch noch die berühmte Ciudad de las Artes y las Ciencias ansehen. Diese „Stadt der Kunst und der Wissenschaft“, die in Valencia 1998 aus dem Boden gestampft wurde, war mit ihren pompösen Bauten zunächst recht umstritten. Der futuristische Gebäudekomplex wurde im trockengelegten Flussbett des Turia, der früher direkt durch Valencia führte, errichtet. Der Turia hatte in den vergangenen Jahrhunderten (und Jahrzehnten) schon oft für desaströse Überschwemmungen der Innenstadt gesorgt.

Ciudad de las artes y de las ciencias

In den achtizger Jahren beschloss man daher kurzerhand die Umlegung des Flusses nach außen, weg von der Altstadt. Auf der neugeschaffenen Fläche sollte ein Park für die Valencianer, irgendetwas Grünes, entstehen. Ein breiter Grüngürtel schlängelt sich seither also statt der Wassermassen durch Valencia. Alte und relativ neue Brücken führen nicht mehr über den Fluss, sondern eben über den Park. Im östlichen Teil der Anlage, in der Nähe des Hafens, entstand dann in den neunziger Jahren die Stadt der Wissenschaft nach Entwürfen des berühmten spanischen Architekten Calatrava (der u.a. auch eine Brücke und den Flughafen in Bilbao, einen Turm in Barcelona, eine Brücke in Rom, etc.  entworfen hat) und Felix Candela. Die Calatrava-Werke, die ich bisher gesehen habe, haben alle eine gewisse Ähnlichkeit miteinander und lassen sich schnell wiedererkennen, eine Art Calatrava Handschrift.

Valencia Ciudad de las Ciencias Park

Zu dem Gebäudekomplex gehören eine Oper, ein Aquarium, ein Planetarium, ein Wissenschaftsmuseum und ein Palmengarten. Ein Teil der Ciudad de las Artes y de la Ciencia ist frei zugänglich. Für die Museen muss man allerdings Eintritt zahlen. Also haben wir nur einen Bummel durch den Teil des Parks gemacht, der kostenlos zugänglich ist und uns dort mit den Kameras an der Architektur ausgetobt. Sieht schon beeindruckend aus, wie aus einer anderen Welt, aber ob so viel Stahl und Beton wirklich schön ist? 

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias Umbracle

Der Umbracle, das Sonnendach, stellt einen mit Palmen bewachsenen Eingangstunnel in die Stadt der Wissenschaft dar. Wenn die Pflanzen irgendwann in ferner Zukunft an den Seiten der Struktur hochgerankt sein werden, ist das ein kleiner Dschungel. Das könnte noch spannend werden! Allerdings frage ich mich, woher kriegen die Palmen dann Sonnenlicht?

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias Hemisferic Hemisferic

Im Hemisferic sind ein Kino und ein Planetarium untergebracht. Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass das Gebäude ein menschlichers Auge darstellen soll. Ganz ehrlich? Für mich sieht der Palau de les Arts, das Opernhaus, viel mehr wie ein Auge aus! Aber egal.

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias Blick von unserem Hotel gegenüber der Ciudad de las Ciencias: der Palau/ die Oper 

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias Palau de las Arts Reina Sofia – von der Seite 

Im Oceanografic soll es das größte Aquarium Europas und ein Delfinarium geben. Da ich mir die Tiere natürlich lieber frei im Meer schwimmend angucke, sparen wir uns den Besuch. Und dann gibt es noch ein Wissenschaftsmuseum, das nach dem neuen König Felipe, der damals noch ein Prinz war, benannt wurde: Museo de las Ciencias Principe Felipe.

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias Museum Museo de las Ciencias Principe Felipe

… und während wir so durch die futuristische Landschaft im ausgetrockneten Flussbett bummeln, entdecke ich am Rande einer vielleicht knietiefen Wasserfläche ein paar große, mit Luft gefüllte Bälle. Ein kleiner, stämmiger und sehr ernsthaft dreinblickender Spanier geht zielstrebig auf den jungen Typen zu, der sich um diese Wasserballons kümmert und den ich jetzt einfach mal Jorge nenne. Nach kurzer Preisverhandlung sitzt der Herr in so einer Kugel und treibt etwas hilflos über das Wasser. Natürlich fällt er bei jedem Versuch sich aufzurichten, mit ernster Miene und vom Ehrgeiz erfasst, wieder auf die Nase. Oder auf den Po oder sonst wohin. Köstlich. Das muss ich auch probieren! Hin da, Schuhe aus und los!

 

Zunächst quetsche ich mich durch einen Schlitz in die schwabbelige Plastikhülle. Durch den fast geschlossenen Reißverschluss in der Plastikkugel bläst Jorge mir ordentlich Luft in die Kugel. Als sie schon fast prall gefüllt ist, werde ich von der jetzt strammen Kugel prompt vom Beckenrand, auf dem ich anfangs noch sitzen konnte, in die Mitte der Kugel gepoppt. Dann schließt Jorge den Reißverschluss und gibt mir einen kleinen Schubs. Abtreiben kann ich nicht, denn die Kugeln sind an einer langen Leine angebunden. Er hat nämlich keine Lust, den ganzen Tag durch das Becken zu hechten, um die Bälle wieder einzusammeln, hat er mir vorhin erklärt.


(…wenn ich irgendwann lerne Videos zu machen, lade ich einen richtigen Film hoch :-))

Gut, da sitze ich nun in der Kugel. Also erst mal aufstehen. Am besten ich versuche es zunächst im Vierfüßlerstand. Nach einem staksigen Versuch auf die Beine und Hände zu kommen, plumpse ich zur Seite weg und liege wieder auf dem Rücken. Wie Kafkas Krabbelkäfer. Gleich noch einmal. Dieses Mal geht es schon besser. Ich stehe auf allen Vieren, Popo in die Höhe, und hebe behutsam meine Arme nach oben – zack. Dieses Mal lege ich einen glatten Purzelbaum in der Kugel hin. Ich kugele mich vor Lachen, im wahrsten Sinne des Wortes. Verschwommen sehe ich Michi am Beckenrand grinsend winken. Der fotografiert mich auch noch – egal! Es macht einfach Spaß.

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias Wasserball

Tapsig wie ein kleines Kind versuche ich mich ein drittes Mal aufzurichten. Dieses Mal geht es ganz gut. Langsam die Arme erheben und unter der „Decke“ festhalten so gut das eben geht – ich stehe! Yupiii – plumps. Schon hat mich eine andere Kugel gestreift und mein mühsam erworbenes Gleichgewicht zunichte gemacht. Foul!

Es ist einfach köstlich! Ich kringel und kugel mich, stehe auf und falle hin. Um ein wenig Abstand zu der anderen Kugeln zu gewinnen, kullere ich mich in einer Rolle immer in eine Richtung, damit mein Wasserball sich von den anderen weg bewegen kann. Das funktioiniert so einigermaßen. Ich bewege mich zwar in die richtige Richtung, bin aber angebunden! Also weit komme ich auf diese Weise nicht. Mir wird nur irgendwann sauschwindelig vom Kullern. Die Sonne prallt gnadenlos auf das Plastik und es wird langsam richtig heiß hier drin. Wie lange die Luft wohl so ingesamt reicht? Ich kann mir heute vorstellen, wie sich ein Hamster im Käfig fühlt. Allerdings fällt der sicher nicht so oft auf den Popo wie ich.

Als meine Zeit um ist, werde ich wieder an Land gezogen und grinse ich bis über beide Ohren. Jorge läßt mir die Luft raus und ich schäle mich aus der Kugel. Die „Frisur“ ist hin, aber es hat unendlich viel Spaß gemacht. Beim nächsten Mal werde ich versuchen vorwärts, wie in einem Laufrad, über Kopf, zu laufen!

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias

Ciudad de las Artes y las CienciasValencia Ciudad de las Artes y Ciencias Umbracle

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias Umbracle

Valencia Ciudad de las Artes y Ciencias

Nützliche Infos Ciudad de las Artes y las Ciencias

Wie gesagt kann man einen Teil der Ciudad de las Artes y las Ciencias kostenlos betreten.
Die Museen kosten natürlich Eintritt.
Hemisferic: 8,80 €
Museo de las Ciencias : 8,00 €
Oceanografic: 27,90 €
Preise jeweils für 1 Erwachsenen. Ermässigungen und mehr Infos zu den Preisen auf der offizellen Website  www.cac.es

Anfahrt: mit einer dieser Buslinien 1, 13, 14,15, 19, 35, 95, 40, die alle in der Nähe der CAC halten.

Unterkunft:
Unser Hotel lag wirklich direkt gegenüber der Ciudad de las Artes y las Ciencias und wir hatten einen prima Blick auf die Oper. In die Altstadt kommt man in 20-30 Minuten zu Fuß durch den Grüngürtel oder mit dem Bus in 10 Minuten (Linie 19)
Hotel Barcelò
Avenida de Francia, 11 (esq. Padre Tomás Montañana)
46023 Valencia
(war prima, mit WIFI und nicht zu teuer)

WICHTIG:
Luftballon: 5 € für ca. 5-7 Minuten
Spaßfaktor: +++ genial, unbezahlbar!

4 Comments

  • Die Fotos sind geil. Das mit der Kugel wäre auf jeden Fall für mich. Der Artikel lässt sich sehr gut lesen und macht richtig Lust sich das alles mal Live anzusehen.

    • Danke Olli! Ich kann es nur empfehlen!!! wenn ich könnte, würde ich gleich sofort wieder in die Kugel klettern, jeden Tag zehn Minuten 🙂 das entspannt stressige Tage !

  • Sehr interessante Gebäude sind es.
    Ich weiß nicht, ob der Kugel mir was wäre. Ich habe Platzangst und werde verrückt von den Gedanken, daß ich irgendwo eingesperrt bin, wo die Luft wenig werden kann und ich ohne Hilfe nicht sofort rauskomme, wann ich will. Solche Kugel waren bei uns im Thailandurlaub ab und zu im Pool für Kinder. Liebe Grüße

    • mit Platzangst ist das vielleicht echt nichts. Aber eigentlich kann einem da gar nix passieren: man sieht alles und fällt mega weich. Ich fand es total lustig, weil man so ungewohnt tolpatschig ist da drin 🙂 Mit ’ner runde Yoga- Gleichgewicht ist das bestimmt locker zu machen!

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