So viele Sehenswürdigkeiten in Barcelona …

Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten in Barcelona, da ist es manchmal gar nicht so einfach, sich zu entscheiden. Besonders wenn man nur ein paar Tage in der katalanischen Hauptstadt verbringt. Ich finde es immer am schönsten, eine neue Stadt bei langen Spaziergängen selbst zu entdecken: Durch die verschiedenen Viertel zu bummeln, hier und da einen Kaffee zu trinken und einfach die Atmosphäre aufzusaugen. Da Barcelona flächenmäßig ziemlich klein ist, kann man hier prima beides machen, bummeln und dabei noch jede Menge Sehenswürdigkeiten sehen, die wirklich an fast jeder Ecke zu finden sind. Ein paar der schönsten Dinge, die man sich auch mit wenig Zeit auf keinen Fall entgehen lassen sollte, sind die Bauten der Modernisten. Das Beste daran ist, das man nicht unbedingt Geld ausgeben muss, sondern sie einfach von außen bewundern kann.

Casa Batllò und Casa Milà

Direkt am Passeig de Gracia, der edlen Flaniermeile Barcelonas, stehen gleich zwei der berühmtesten Gebäude des Modernisme. Beide wurden von Antoni Gaudí entworfen, dem bekanntesten Vertreter der katalanischen Version des Jugendstils.

Gaudí entwarf die Pläne für den Umbau eines schon bestehenden Gebäudes, aus dem 1905 die Casa Batllò entstand. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gab es fast so etwas wie einen Wettstreit unter den wohlhabenden Familien Barcelonas. Wer es sich auch nur irgendwie leisten konnte, engagierte einen der total angesagten Architekten. Topstar war natürlich Gaudí.

casa batllo gaudi barcelona

Auch Frau Milà nahm Gaudí unter Vertrag, damit er ihr einen Palast auf das Grundstück am Passeig de Gracia stellen sollte, der noch prächtiger und größer werden sollte, als die Casa Batllò. Was der visionäre Modernist dann aber mit ihrem Geld baute, gefiel der Auftraggeberin leider gar nicht. Im Volksmund hatte das Haus schnell den Spitznamen “Steinbruch” weg.

La Casa Mila Barcelona La Pedrera Gaudi

Casa Amatller

Gaudí war nicht der einzige Architekt des Modernisme in Barcelona. Ein anderer Toparchitekt seiner Zeit war Puig i Cadafalch. Die Casa Amatller, die er für den Schokoladenbaron Amatller entwarf, steht direkt neben der Casa Batllò. Schon von außen erinnert die Form des Giebels an Schokoladentafeln. Überhaupt ist die Fassade voller Symbole und mehr oder weniger versteckter Hinweise auf das Leben und die Vorlieben der Familie. Im hinteren Teil des Erdgeschosses, wo sich früher die Küche der Familie Amatller befand, ist heute ein nettes Café untergebracht.

Casa Amatller Barcelona Schokolade

Palau de la Música Catalana

Ein weiter sehr wichtiger Vertreter des Modernisme war Domènech i Muntaner. Von ihm stammt auch das dritte Gebäude der Manzana de la Discordia, dem Häuserblock in dem auch die Casa Batllò und die Casa Amatller stehen, die Casa Lleo-Morero, von der leider nach zahlreichen Umbauten viele modernistische Elemente nicht bis heute überlebt haben. In einer engen Seitenstraße der Via Laietana liegt dafür der märchenhaft schöne Palau de la Musica Catalana. Ursprünglich für die Volkschöre Barcelonas gebaut, hat sich der Musikpalast bis heute den volksnahe Charakter bewahrt, obwohl hier mittlerweile Weltstars auftreten.

Palau de la Musica Catalana Barcelona

Eingang Eintritt Palau de la Musica

Park Güell

Der Park Güell liegt zwar nicht besonders zentral, gehört aber eindeutig zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Barcelonas. Gaudís Traum einer perfekten Stadt für die Arbeiter ist leider nie fertiggestellt geworden. Von den sechzig Wohnhäusern, die er ursprünglich hier errichten wollte, wurde nur ein einziges Musterhaus vollendet. Immerhin kann man aber die große Terrasse mit den bunten Mosaikbänken aus Kachelscherben bestaunen. Und allein der Blick über die Dächer Barcelonas lohnt den Aufstieg!

Parc Guell Gaudi Barcelona Bank

Sagrada Familia

Lange Schlangen stehen hier jeden Tag, um dieses Wahrzeichen Barcelonas von Innen zu bewundern. Aber auch von außen kann man schon viel sehen. Die Türme und die Fassade der unvollendeten Kirche sind einfach einmalig. Während die westliche Seite die Kreuzigung und den Tod zeigt, ist die östliche Seite der Sagrada Familia der Geburt gewidmet. Eines morgens, auf dem Weg zu „seiner“ Baustelle, kam der große Architekt hier ganz in der Nähe, bei einem Unfall mit der Tram ums Leben. Der Bau dieser Kirche wird übrigens ausschließlich mit Spendengeldern finanziert. Darum bauen die Katalanen ja schon seit über hundert Jahren an ihrem Wahrzeichen – und sind noch lange nicht fertig.

sagrada-familia-gaudi-barcelona

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