Einsame Buchten und Strände an der Costa Brava

Einsame Strände, ruhige Buchten und keine Menschen. Im Winter habe ich die schönsten Ecken der Costa Brava wirklich für mich ganz allein. Ich begegne kaum einer Menschenseele auf meinem Spaziergang an der Küste entlang. Ab und zu lässt sich in der Ferne ein Pärchen mit einem Hund blicken, und einmal treffe ich tatsächlich sogar einen asiatischen Touristen, der sich hierher verirrt hat und mit seiner Kamera auf der Pirsch ist. Aber das war es auch mit Menschen. Sonst ist im Februar einfach niemand hier in den einsam gelegenen Buchten unterwegs. Zum Baden ist es ja auch viel zu kalt. Nur der Wind und das Meer toben hier am Strand und lassen die Wellen tanzen. Ein Spektakel nur für mich.

Heute Morgen auf dem Weg an die Costa Brava höre ich den Wetterbericht im Radio. Sehr windig soll es werden und die Temperaturen sollen auch wieder fallen. Nach ein paar schönen Tagen, in denen ich schon fast den Frühling riechen konnte, ist der Himmel heute prompt wieder wolkenverhangen. Es dauert auch nicht lange, bis die ersten Regentropfen auf die Windschutzscheibe fallen. Egal. Weiter vorne scheint sich das Grau zu lichten.

Kaum bin ich an der Küste angelangt, scheint die Sonne am blauen Himmel, als wäre sie niemals weg gewesen. In Palafrugell treffe ich Marta, die mir schon öfter schöne Buchten und tolle Spazierwege entlang der Küste gezeigt hat. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg zu den kleinen Buchten und einsamen Stränden. Während wir mal schneller, mal langsamer die Wege entlang spazieren, gibt es viel zu erzählen. Bergab ist das auch kein Problem, aber bergauf sollte ich lieber die Klappe halten. Sonst komme ich voll außer Atem!

Cala Marquesa

Cala Marquesa ist die nördlichste Bucht, die noch zu Palafrugell gehört. Wir besuchen sie allerdings nur von oben, denn diese Bucht kann man wirklich nur mit dem Boot erreichen! Selbst sportliche Kletterer können bzw. dürfen da nicht mehr zu Fuß hinwandern. Angeblich soll es früher einmal ein Seil gegeben haben, an dem sich die Einheimischen hinunter gehangelt haben, aber das ist lange vorbei. Es sieht auch ehrlich gesagt, ziemlich gefährlich aus. Also besser von einem der einfach zu erreichenden Strände, wie Tamariu, mit dem Kajak dorthin paddeln!

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Aigua Xelida
Hier kann man an verschiedenen Stellen hinunter zum Wasser gelangen. Einerseits gibt es die kleine Bucht mit der Fischerhütte, in der ich mal bei Quim Casellas zum Essen eingeladen war. Aber auch auf der anderen Seite geht es, ein Stückchen weiter unter krummen Fichten hindurch, bis zu einem kleinen Strand. Heute tobt sich das Meer an den steinigen, kargen Felsen so richtig aus. Im Sommer ist es hier angenehm schattig.

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Cala Pedrosa
Ohne Marta hätte ich diese kleine Bucht niemals entdeckt. Zunächst laufen wir einen Feldweg entlang, dann im Zickzack den Berg hinunter, immer den Zeichen des GR-92 hinterher. Ehrlich gesagt, hatte ich mir das schon ein bisschen leichter vorgestellt. Aber um diese versteckten Buchten zu erreichen, muss man sich nun mal ein bisschen anstrengen, denn wenn sie leichter zu erreichen wären, wären sie sicher nicht mehr versteckt.

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Mittlerweile hat sich der Wind von heute Morgen längst gelegt und mir wird richtig warm. Schließlich ziehe ich sogar meine dicke Winterjacke aus. Die hatte ich extra gegen den im Radio angekündigten Wind angezogen, denn wenn die Tramuntana bläst, muss man sich gut einpacken. Doch beim Wandern in der Sonne brauche ich die schon bald nicht mehr. Auch wenn ich ins Schwitzen gerade, macht es mega Spaß, denn die Aussicht ist total schön! Alles ist grün und still. Wir sind umgeben von Natur. Und vorne irgendwo ist das Meer.

Unten angekommen stehe ich wieder einmal an einem Steinstrand. Rechts und links befinden sich zwei einsam gelegene Hütten. Angeblich sollen das früher so eine Art Quarantäne Hütten gewesen sein, in der die Leute so lange ausharren mussten, bis feststand, ob sie eine ansteckende Krankheit hatten, oder eben nicht.

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El Cau – Cala de Gens 

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Vom Leuchtturm San Sebastià führt ein verschlungener Pfad bis hinunter in diese kleine Bucht. Diese nur rund dreißig Meter breite Bucht besteht aus Kieselsteinen und ist echt schwer zu erreichen. Dennoch gibt es auch dort eine kleine, private Fischerhütte! Wirklich nicht leicht zu finden und sicher auch im Sommer niemals voll. Ein echter Geheimtipp – jedenfalls für Wanderfreudige.

Sa Tuna

Sa Tuna ist eine der zahlreichen Buchten, die zu Begur gehören. Hier stehen nur wenige Häuser, denn im Grunde genommen wohnt hier eigentlich niemand. Es sind eher Wochenendhäuser, mega schön und jetzt auch einsam gelegen. Das ändert sich im Sommer allerdings schlagartig. Dann wird diese kleine Bucht zu einem der beliebten Badestrände. Einen Sandstrand gibt es in Sa Tuna allerdings nicht. Hier bettet man sich auf Kieselsteinchen.

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Platja Fornells 

Zwischen der Platja Fonda und Platja de Fornells gibt es ein ganz besonderes kleines Schwimmbad „es Cau“. In diesem Felsenschwimmbecken ist es aber leider nur Hotelgästen gestattet zu schwimmen.

Blick aus dem Hotel Aigua Blava auf die kleine Bucht

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Aiguablava
Einer der wenigen Strände mit hellem, feinem Sand liegt in der Bucht Aiguablava (blaues Wasser). Leider haben hier gerade ein paar Arbeiter mit ihrem Bagger den halben Strand aufgewühlt. Vermutlich ist jetzt im Winter wohl die beste Zeit für Bauarbeiten. Viel los ist ja um diese Jahreszeit wie gesagt nicht. Mit dem Auto ist der Strand zwar nur über ziemlich viele Kurven aber ansonsten gut zu erreichen und hat sogar einen Parkplatz, der aber im Sommer ziemlich schnell voll ist. Dafür gibt es hier ein Restaurant und sogar ein Tauchcenter.

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Natürlich gibt es noch viel, viel mehr Buchten und einsame Strände. Die Geschichte hier geht also sicher noch weiter. Demnächst.

cala pedrosaFoto  by © Marta Moreno

 

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