Dieses Wochenende war ich in Berlin auf kulinarischer Entdeckungstour.
Bei der „Kieztour der etwas anderen Art“ hat uns Alex von Das isst Berlin zwei Stunden lang zu verschiedenen, echt interessanten „Lokalitäten“ geführt und uns dabei total nett unterhalten. Wir haben viele, leckere Dinge probiert und so ganz nebenbei auch noch unsere Näschen in die Berliner Geschichte gesteckt.
Bei der ersten Station haben wir erfahren, wie wichtig Bienen in Berlin sind. Jawohl echte Bienen, die fühlen sich nämlich in der grünsten Hauptstadt Europas so wohl, dass sie hier köstlichen Honig produzieren. Insgesamt gibt es rund 800 Imker in der Hauptstadt!! Die genaue Zahl der Bienen hab ich vergessen, aber wir durften verschiedene Berliner Honigsorten probieren – very lecker!
Dann ging es weiter zur nächsten Station: Bubischmampf. Das ist eine Eisdiele in der es sogar veganes Eis gibt! Voll nett und das Eis war natürlich auch köstlich!
Dritte Station war ein echt edles, veganes Restaurant. Nicht zu vergleichen mit den ersten vegetarischen Restaurants von vor 20 Jahren, wo man schief angesehen wurde, wenn man nicht 100% ökologisch rumlief oder dort etwa Lippenstift trug. Das Kopps hat das leicht säuerlich-spaßarme Image der veganen Küche abgeschüttelt. Super raffinierte Gerichte, abwechslungsreich, kreativ und „nyami“ in stylisch gemütlichem Ambiente. Und eben voll vegan. Gesund und bewußt essen kann eben auch lecker sein und Spaß machen.
Weiter ging’s in eine der typischen, alten Kiezkneipen. Früher dienten diese Kneipen oft nicht nur der „Nahrungsaufnahme“, sondern waren ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Vor allem im Winter dienten sie auch als „Aufenthaltsraum“, weil sich zur Zeit der Industrialisierung die Arbeiter oft keine eigene Wohnung leisten konnten, sondern zu zweit oder zu dritt die Schlafstelle teilten, und eben abwechselnd schlafen mussten (Schlafgänger). Heute kann man sich kaum vorstellen, wie es gewesen sein muss, nach der anstrengenden Schicht auf der Arbeit darauf zu warten, dass man endlich an der Reihe ist, sich ins Bett fallen lassen zu dürfen.
Das Bötzow Privat ist jedenfalls so eine alte Arbeiterkneipe gewesen. Neu renoviert, aber dabei den alten, rustikalen Charme frisch rausgeputzt. Natürlich gab es auch hier etwas aus der Küche zu probieren: Bullette mit Kartoffelsalat! Abends ist das Bötzow Privat angeblich eine angesagte Szenekneipe. Kann ich mir gut vorstellen.
Nach der rustikal- herben Zeitreise ging unsere Tour anschließend schokoladig-süß weiter. Wir haben eine kleine Schokoladen-Manufaktur besucht, bei der nicht nur leckere Schokoladensorten mit Chili, Rosenblättern, Lavendelzucker, Lakritzpulver und ganz vielen anderen Sorten angeboten wurden. (Kann denn Schoko Sünde sein?). Beim Besuch des Atelier Kakao lernen wir so einiges über die Herkunft der Rohstoffe, Kakao Fair Trade aus Peru und kontrolliert biologischen Anbau.
Eine weitere Station der Tour war das Restaurant und Kaffeehaus Honigmond. Auch eine dieser alten Kiez-Arbeiterkneipen, die liebevoll restauriert wurde. Zu DDR Zeiten war die Kneipe ein beliebter Treffpunkt der Künstler und Intellektuellen, bis wohl irgendjemand „denen da oben“ von möglicherweise suspekten Treffen berichtet hat und die Kneipe kurzerhand wegen „Übererfüllung des Versorgungssolls“ geschlossen wurde. Zack, so schnell ging das.
Zum Abschluss gab es noch eine Tonkabohne als Abschiedsgeschenk! Da werde ich zuhause wohl mal wieder den Kochlöffel schwingen. Hat jedenfalls mega Spaß gemacht!
Danke für den Artikel, den ich jetzt erst entdeckt habe. Ist ja witzig! Hatte gerade eine kulinarische Kieztour in PrenzlBerg mit eat-the-world gemacht, war super: http://www.eat-the-world.com/sightseeing-tour-stadtrundgang-berlin/booking/berlin-prenzlauer-berg-tour.html
Kann diese kulinarischen Kieztouren echt jedem empfehlen, mir hat es sehr gut gefallen.