Ein Plädoyer für das Buch zu Weihnachten

Immer wieder mache ich mir Gedanken über Bücher. Über die in meinem Regal und auch ganz allgemein. Irgendwann habe ich angefangen, ein paar dieser Gedanken aufzuschreiben. Bislang wollte das nicht so richtig zum Reisethema des Blogs passen, aber dieses Jahr ist alles anders. Bücher zu lesen ist wie in Gedanken zu reisen und jedes Buch entführt uns in eine neue Welt. Passt also doch.

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Lang lebe das Buch mit seinen Seiten aus Papier. Ein Buch, das ich anfassen und riechen kann, das ich überall lesen kann. Auch auf der einsamsten Insel, ganz ohne Strom und ohne Internetempfang. Allein das Gefühl, ein Buch aufzuschlagen, ist nicht mit dem schnellen Blick ins Internet vergleichbar. Ein Buch wiegt schwer in der Hand, zeigt Dir auf den ersten Blick, wie viel Arbeit oder Freude jemand hineingesteckt hat, wie viel Lesestoff, Informationen und neue Geschichten auf Dich warten. Ein Buch kann ich ungestört von Werbebannern oder Popups so lange lesen, wie ich will. Gemütlich auf dem Sofa in eine warme Decke gekuschelt oder schaukelnd in der Hängematte am Strand.

Der Duft nach Papier, den ein Buch beim Durchblättern der Seiten verströmt, die Dicke, die Glätte oder die Rauheit des Papiers, die Größe und Auswahl der Lettern, all diese kleinen und großen Unterschiede verleihen dem gedruckten Buch einen eigenen Charakter. Manchmal verliebe ich mich schon in ein Buch, bevor ich überhaupt mit dem Lesen angefangen habe.

reisedepeschen buch(Mein Entdeckerabo von den Reisedepeschen)

Bei mir ist der Drang ein Buch nicht nur zu lesen, sondern es besitzen zu wollen zugegebenermaßen sehr groß. Ich horte Bücher wie andere Leute Schuhe, Handtaschen, Platten oder was man eben so sammeln kann. Meine Schätze ziehen mit mir um, egal wie oft ich mir anhören muss, dass meine Bücherkisten scheiße schwer sind. Aber nicht alle, die gern lesen, neigen gleichzeitig so zum Hamstern, wie ich. Eine Freundin verschenkt ihre gelesenen Bücher weiter und hat stets nur eine Auswahl ihrer liebsten Geschichten zu Hause im Regal stehen. Das ist doch auch eine gute Option und ich liebe Second-Hand-Bücher.

Bücher entwickeln mit den Jahren einen ganz eigenen Charakter. Frisch aus dem Laden sind sie noch wie Babys, doch jeder Knick einer Seite, jeder Kaffeefleck macht sie einzigartig. Manchmal findest Du in einem vielgelesenen Buch sogar winzige Bleistiftnotizen, Unterstreichungen oder kleine Zeichnungen am Rand. Für mich sind solche Entdeckungen kleine Geschenke, wie ein Gruß von einem anderen Leser, über die ich mich freue.

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Natürlich kommt es auf den Inhalt an. Man sollte sich nicht nur Bücher ins Regal stellen, „weil sie gut aussehen“. Meine Meinung. Aber manche Bücher sind einfach auch rein äußerlich schön. Hier in Spanien habe ich einmal ein Tischpult gesehen, auf dem ein hübsch drapiertes Buch aufgeschlagen lag. Als Deko! Bei mir fristen die gedruckten Werke ein weit weniger glamouröses Dasein und stapeln sich zwischen Regalbretter gequetscht, neben dem Bett, auf dem Fußboden und auf dem Schreibtisch. Sogar im Badezimmer liegt meist eins herum … Aber ich liebe sie alle.

Óbidos - Stadt der Königinnen 4  Bordeaux - ein Wiedersehen mini buch laden
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(kleine Buchläden in aller Welt Martinique, Óbidos, Bordeaux, Rom, Hay-on-Wye)

Ist Dir schon mal aufgefallen, wie wenig Menschen heute noch im Bus oder in der Bahn lesen? Als ich vor einiger Zeit an der Haltestelle der Metro stehend die Leute um mich herum beobachtete, musste ich feststellen, dass wirklich jeder mit einem Handy beschäftigt war. Liest denn niemand mehr Bücher in der Bahn? Auf dem Weg zur Arbeit, wenn Du eine halbe Stunde im Bus oder in der Bahn sitzt, ist die langweilige Fahrzeit doch sinnvoll mit einem Buch genutzt. Mich macht das ständige Nachsehen, wer was auf Insta, twitter oder Facebook geteilt hat, richtig nervös. Der ständige Blick aufs Handy stresst mich mittlerweile manchmal einfach. Ich finde es jedenfalls angenehmer und entspanne mich mehr, wenn ich in eine Geschichte eintauchen kann.

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Der erste, ältere Entwurf dieses Textes über Bücher endete übrigens mit dem Aufruf “Auf zum nächsten Buchladen an der Ecke, Bücher anfassen!”. Wie schnell sich doch unsere Welt geändert hat. Das mit dem Anfassen geht jetzt nicht mehr so einfach wie vorher. Im Laden muss man als Erstes die Hände desinfizieren und oft überduften die Gels und Sprays sogar die Bücher. Aber dennoch kannst Du ja mal wieder in dem kleinen Buchladen “um die Ecke” vorbeischauen und Dir dort ein paar Tipps für gute, neue Bücher holen.

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2 Comments

  • schöner bericht über bücher auch ich lese sehr gerne und habe eine grosse bücherwand
    in meinem Ruhezimmer bücher sind meine gesellschafter in der coronazeit und ich fühle mich dadurch überhaupt nicht einsam sondern in bester Gesellschaft,

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